Wochenende
Die Wasserwacht prüft den Hopfensee auf eine stabile Eisdecke

Nach dem milden Januar kommt nun die klirrende Kälte über das Allgäu. Die Temperatur fällt am Wochenende auf bis zu -20 Grad. Da kommt bei vielen wieder die Lust auf Schlittschuhlaufen, besonders natürlich im Freien. Aber reicht die Kälte der letzten Tage schon aus, um die Seen, Teiche und Tümpel im Allgäu ohne Gefahr betreten zu können?

Die Freude auf das Eisvergnügen lässt viele das große Risiko vergessen, das mit dem Betreten, bespielsweise des Hopfensees verbunden ist. Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen kann ein Mensch, der ins Eis eingebrochen ist, innerhalb kurzer Zeit das Bewusstsein verlieren und ertrinken.

Das all-in.de-Team hat Christian Keller, den technischen Leiter der Wasserwacht Hopfen am See, auf den Hopfensee begleitet. Einmal in der Woche prüft er an vier verschiedenen Stellen des Sees die Eisdecke mit einem speziellen Bohrer und einem Meterstab.

Ab welcher Eisdicke das Eis begehbar ist, kann Christian Keller nicht pauschal sagen. Die Eisqualität am See ist nicht überall gleich, Zu- und Abläufe und warme Quellen machen die gefrorene Decke zu einer unterschiedlich dicken Eisschicht.

Allein geht Keller nur auf den See, wenn er sich ganz sicher ist, dass er ihn verlässlich trägt. Gerade zu Beginn der Kälteperiode sind die Leute von der Wasserwacht zu zweit unterwegs und haben eine Eisrettungsstange zur Sicherheit dabei. Die Rettungsstangen und ausgediente Surfbretter sind 'leicht zu bedienen und überall am See für jeden zugänglich'.

Was im Notfall zu tun ist

'Wenn man eingebrochen ist, muss man versuchen flach auf das Eis zu 'robben’ und so sein Gewicht auf eine möglichst große Fläche verteilen und natürlich um Hilfe rufen,' rät Keller.

Im letzten Winter und heuer musste die Wasserwacht am Hopfensee aufgrund ins Eis eingebrochener Menschen nicht ausrücken. Der 44-Jährige ist froh über diese Tatsache, gleichzeitig aber auch verwundert, da viele den See 'sehr unverantwortlich' schon bei sehr geringer Eisdicke betreten. "Ich bin zwar kein Mediziner", sagt Keller, "aber ich denke, dass jemand ohne Hilfe bei der aktuellen Wassertemperatur von ca. 2-3 Grad keine halbe Stunde überlebt."

Auf eigene Gefahr

Die Wasserwacht Hopfen am See übernimmt die Messungen am Hopfensee und gibt die Eisdicken an die Öffentlichkeit weiter – aber nicht mehr: "Jeder betritt das Eis auf eigene Gefahr.'

Die Ergebnisse der wöchentlichen Messung sammelt Christian Keller gemeinsam mit der Wasserwacht Füssen. Veröffentlicht werden diese mit eventuellen Warnungen bei der Touristinformation Hopfen am See und in der Allgäuer Zeitung.

Bei unserem Besuch war das Eis auf dem Hopfensee gute elf Zentimeter stark. Durch den anhaltenden Frost der letzten Tage und Nächte sind es wahrscheinlich mehr geworden. Christian Keller misst die Eisdicke des Hopfensees an mehreren Punkten. Das sind vor allem die Stellen, an denen Leute den See betreten können: Zum Schlittschuh laufen, Eishockey spielen oder einfach nur zum spazieren gehen. Aber immer auf eigene Gefahr.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen