Sanierung
Der Jäger-Orgel von St. Mang werden bei der Sanierung die Pfeifen «gezogen»

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Im Orgelprospekt von St. Mang klaffen seit gestern schwarze Löcher. «Das sieht aus wie Zahnlücken», schmunzelte Pfarrer Frank Deuring. Statt Zähnen wurden der Orgel gestern die Pfeifen «gezogen», als Orgelbaumeister Siegfried Schmid aus Immenstadt die ersten Exemplare für die Generalüberholung ausbaute. Rund ein Dreivierteljahr wird es dauern, bis die St. Mang-Orgel technisch wieder auf dem neuesten Stand ist. Wann sie wieder erklingen wird, hängt auch davon ab, wann die Pfarreiengemeinschaft die rund 280000 Euro Kosten aufbringen kann.

Blasebalg zum Sperrmüll

Wie berichtet, wurde die St. Mang-Orgel 1752/53 von Andreas Jäger erbaut und in den folgenden Jahrhunderten immer wieder umgebaut. 1956 fand die letzte große Veränderung statt. 1979 wurden kleinere Renovierungsmaßnahmen durchgeführt. Damals war Siegfried Schmid schon als Lehrling dabei: «Ich musste einen Blasebalg für den Sperrmüll zusammenschneiden. Als ich fragte, warum, war die Antwort ,weils a Glump isch.»

Heute ist von «Glump» an der Jäger-Orgel nicht mehr die Rede, denn sogar das Denkmalamt hat ein scharfes Auge darauf, dass möglichst alles im Originalzustand erhalten bleibt. Das heißt zum Beispiel, dass die Pfeifen zwar repariert werden dürfen, aber nicht aufpoliert. «Die Patina muss bleiben, sonst würden die Pfeifen nicht mehr zum Orgelprospekt passen», erklärt Schmid.

Besonders wichtig ist die Beseitigung von Gefahrenstellen. Viele Pfeifen haben sich so tief in ihre hölzernen Fußteile eingegraben, dass sich die oberen Halterungen teilweise schon gelöst haben. «Es könnte jederzeit passieren, dass eine Orgelpfeife auf die Empore stürzt und möglicherweise jemanden verletzt», so Schmid. Aus Sicherheitsgründen wird die gesamte Empore erneuert und von allen Stolperfallen befreit. Da der Orgel die Luft ausgegangen ist, wird die Windanlage angedichtet und der Balg wieder eingebaut. Der Orgeltisch wird aufgearbeitet und seine Elektronik erneuert. Und ganz zum Schluss wird Meister Schmid die Orgel auch neu intonieren, nachdem durch die Mängel doch so mancher schräge Ton durch St. Mang hallte.

Pfarrer Deuring freut sich darüber, dass die Orgelüberholung von St. Mang inzwischen doch bei den Menschen angekommen ist: «Viele machen das jetzt zu ihrer Sache und nehmen es in ihre Hände, etwas zur Finanzierung beizutragen. Und Unterstützung bekommen wir sogar von der evangelischen Gemeinde.»

Für die Orgel von St. Mang wurde das Spendenkonto 514514934 bei der Sparkasse Allgäu (BLZ 733 500 00) eingerichtet. Ausführliche Infos im Pfarrbüro St. Mang, Telefon 08362/6190. E-Mail: orgel@kirchemusik-fuessen.de

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