Syrisch-orthodoxe Gemeinde
Christen feiern gemeinsam in der Füssener Krippkirche

«Müneisch kommt eigentlich aus dem Arabischen.» Dennoch sei das Fladenbrot mit Sesam und sieben Gewürzen «typisch aramäisch», versichert Saliba Aygün von der syrisch-orthodoxen Gemeinde. An diesem Abend findet das Tablett mit dem knusprigen, duftenden Brot im Gemeindehaus reißenden Absatz und ist nach kürzester Zeit von Christen verschiedenster Konfessionen verdrückt: Völkerverständigung geht durch den Magen.

Nicht nur Heinrich Kremer hat die Auftaktveranstaltung zur Weltgebetswoche in der Krippkirche neugierig gemacht. Zusammen mit anderen Gläubigen hat er die Worte des syrisch-orthdoxen Pfarrers Yevno Cepe gehört, gemeinsam das «Vater unser» gebetet und den orientalisch anmutenden Klängen der Sänger gelauscht. Gemäß dem Leitsatz «zusammen glauben, beten und feiern» sitzen kurze Zeit später die meisten der Kirchenbesucher im syrisch-orthodoxen Gemeindehaus - im ehemaligen Sparkassengebäude in der Fußgängerzone. Viele von ihnen zum ersten Mal: «Zusammensitzen hebt die Distanz auf und man kommt mit den Leuten ins Gespräch», sagt Kremer.

Bei einem Glas Schwarztee stellt sich dann auch schnell heraus: die einzelnen Konfessionen sind gar nicht so verschieden - feiern dieselben Feste wie Ostern oder Weihnachten.

Rund 350 Gläubige hat die syrisch-orthodoxe Gemeinde in Füssen, erfahren die Gäste an diesem Abend. Die kämen aus dem gesamten südlichen Ostallgäu und teilweise sogar bis aus Dachau, erklärt Pfarrer Cepe. Bei so vielen Menschen bräuchten sie freilich einen angemessenen Ort zum Feiern der Eucharistie. Da sie selbst über kein Gotteshaus verfügten, könne man zum Glück die Krippkirche mitbenutzen: «Wir haben unseren eigenen Schlüssel und es finden regelmäßig am Samstag und am Sonntag Gottesdienste statt», freut sich Saliba Aygün.

Die Weltgebetswoche soll die christlichen Kirchen und Gemeinschaften rund um den Globus näherbringen: An diesem Abend bleibt dieses Leitmotto nicht nur reine Programmatik, sind sich die Besucher sicher. Dank des regen Austausches habe man viel übereinander gelernt, sagt eine Besucherin, als sie das syrisch-orthodoxe Gemeindehaus verlässt.

Am heutigen Donnerstag findet um 19 Uhr eine Andacht in der Christuskirche statt. Der Abschluss der Weltgebetswoche ist am Freitag um 19 Uhr in der Pfarrkirche «Zu den Acht Seligkeiten».

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