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Brunnener Bürger wollen Hotelerweiterung stoppen

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Gegen Bauvorhaben im Schwangauer Ortsteil Brunnen hat sich jetzt die Interessengemeinschaft 'IG-Brunnen' ausgesprochen. Wie berichtet, sind dort unter anderem ein Anbau an das Hotel 'Huberhof' und rund 20 Wohneinheiten angedacht (siehe Grafik). Das Landratsamt hatte vor allem die Wohnungen abgelehnt, da sie laut Kreisbehörde zu nahe am Ufer sind. Die Gemeinde will gegen diese Entscheidung vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof vorgehen. Ein Urteil steht noch aus.

Dem Landratsamt sind laut Baujuristin Gudrun Hummel vor allem die Wohnungen ein Dorn im Auge – die Interessengemeinschaft der Anlieger moniert hauptsächlich die Erweiterungspläne des Huberhofs. 'Schon jetzt ist die Verkehrsbelastung sehr hoch', sagt Karlheinz Hohenadl. Zudem würden 'das Landschaftsbild und der Dorfcharakter' durch die Bebauung zerstört.

'Die Zukunft unserer Kinder wird verbaut', ärgert sich auch Marianne Hohenadl über die geplante Hotelerweiterung. Beide befürchten, dass nach und nach das ganze Ufer zugebaut werde. Freilich geht es auch ums Geld: 'Diese Landschaft ist unser Kapital – fast jeder vermietet hier', erklärt Karlheinz Hohenadl.

Erweiterung im Westen denkbar

Bitter aufgestoßen sei ihm und der 'IG-Brunnen' das Verhalten der Gemeinde: Obwohl sich die Anrainer gleich zu Beginn der Planungen mit großer Mehrheit gegen eine Hotelerweiterung ausgesprochen hätten, sei der 'breite Wille der Brunnener Bürger' ignoriert worden.

Dagegen kann sich Hohenadl die 20 Wohnungen in abgespeckter Version vorstellen: 'Wir wären damit einverstanden', wenn dort maßvoll gebaut würde und 'keine Rollladensiedlung entsteht'. Alle anderen Baumaßnahmen auf der Uferseite lehne man aber ab. Jedoch habe man nichts gegen eine Erweiterung auf der Westseite.

Das kann wiederum Schwangaus Hauptamtsleiter Klaus Lang nicht verstehen: 'Ursprünglich wollten die Brunnener nicht, dass nach Westen erweitert wird.' Dies sei einer der Gründe gewesen, die Planung nach Osten ans Ufer zu verlagern. Auch habe man die Brunnener von Anfang an 'explizit eingeladen und auch versucht, sie einzubinden', versichert Lang.

Markus Peschel, Schwiegersohn von Huberhof-Chefin Brigitte Zouhari-Huber, kann bei dem ganzen Hin und Her nur den Kopf schütteln: 'Wir würden den Betrieb gerne erweitern, um ihn zukunftsfähig zu machen. Wir wollen kein Großhotel – aber wir müssen künftigen Anforderungen unserer Gäste gerecht werden.' Sonst sei fraglich, ob das Hotel langfristig überleben könne. An den Erweiterungsplänen an der Uferseite hält er deshalb fest.

Es kann noch Jahre dauern

Momentan bleibt allen Beteiligten nur abzuwarten: Denn noch steht eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs aus. Dies kann laut Gert Guggemos – er vertritt als Anwalt die Gemeinde Schwangau – noch gut zwei Jahre dauern.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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