Starkbieranstich
Bruder Stefanus serviert beim Lechbrucker Starkbieranstich gar nicht fromme Frotzeleien

Schon beim Vorverkauf ging es rund in Lechbruck: «Das war wie beim Robbie-Williams- Konzert», berichtet Reinhold Reichart, der Vorsitzende des Kampfplatzvereins: «In eineinhalb Stunden waren die Karten weg.» Auch die neunte Auflage des Lechbrucker Starkbieranstichs zog die Bürger in Scharen in die Lechhalle. Über 400 waren es schließlich, die sich von den gar nicht frommen Frotzeleien von Fastenprediger Stefanus (Andreas Fichtl) begeistern ließen. Zuvor hatte Bürgermeister Helmut Angl das erste Fass angestochen.

Mit der Flöte zwitschernd - so zog Stefanus als Schlangenbeschwörer in den Saal ein. «Bei vielen Gesichtern konnt ma moane, die hocken vom letzten Mal no da», ulkte er. Gründlich fixierte er die Gäste und stellte fest, «dass einige Premer sich Plätze erschlichen hätten, und dass die Gemeinderäte sich «vereinzelt» platziert hätten. «Ja habt ihr denn nichts von Integration gehört?», schlug Stefanus den Bogen zum «Integrationsdorf Lechbruck».

Nun ging es Schlag auf Schlag. Bürgermeister Angl, der sich nicht als Politiker verstehe, musste sich anhören, dass er auch als Kaufmann schwere Defizite habe. «Zum Beispiel beim Kauf des Feuerwehrautos, für das am Ende draufgezahlt wurde».

Oder der Wanderweg am oberen Lechsee, dessen Bau vom Biber torpediert werde, obwohl der ehrenamtlich für das nötige Holz der Brücke sorgen könnte. Lachtränen folgten, als der «Mönch» den Tourismus und die Sparsamkeit bei der Messeunterkunft aufs Korn nahm: «Sie sind und bleiben halt einfach der Spar-Angl».

«In puncto Integration sind wir Lecher beispielgebend», versicherte der Fastenprediger und nahm die Vereine und ihre «integrierten» Vorstände unter die Lupe: Beim Museums-Förderverein verwies er auf die schlesische Abstammung von Altbürgermeister Hollmann. Klaus und Ulla Ott vom Skiclub outete er als Gründler, Sigi Lohwasser als Chef des Segelclubs sei ein Burgger. Und Peter-Paul Kartmann vom Veteranenverein habe seine Wurzeln in den Karpaten.

Eine Spitze bekam auch Valerie Riesemann-Brown von der Gemeindeverwaltung ab, die Stefanus in deutsch-englischem Kauderwelsch parodierte. In der Rolle der Tourismuschefin sorgte er für wahre Lachsalven. Zur Melodie «Ein Schiff wird kommen» nahte der Gemeindechef, der von sich zu sagen weiß: «Ich mach gar nichts, es reicht, wenn ich da bin». Beim Auftritt der «drei Eismeister» (Fichtl, Sepp und Uli Langenwalder) tobte der Saal, denn noch mehr Lebensnähe war kaum zu vermitteln. Was im «Eisstüble» abging, erntete tosenden Beifall.

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