Konzert
Berührendes Kaleidoskop im Schloss Hopferau

Von Georg Kirchgäßner kam der erste Schlag auf eines der im Treppenhaus bereitgestellten Schlaginstrumente. Der Kastellan des Schlosses Hopferau gab dadurch seiner Freude Ausdruck, eine annähernd hundert Personen starke Zuhörerschar begrüßen zu dürfen. Damit war der Konzertsaal Treppenhaus bis auf den letzten Platz gefüllt.

Das Programm 'Musikalisches Kaleidoskop' versprach viele Facetten. Es gelang Martin Vatter, Stephan Jung und Pushpo Roy tatsächlich ein Auftritt, der ohne Bläser und Gesang stark berührte.

Auf das vom gut gelaunten Hausherrn erzeugte scheppernde Geräusch folgte Wohlklang. Martin Vatter am Flügel war der erste Solist. Der Pianist – er lebt in Grainau am Fuß der Zugspitze – war bereits in Füssen aufgetreten.

'Will she ever return my feelings' ist ein längeres Liebeslied, das dem Abend eine romantische Note gab. Der Bogen sollte sich mit der auch mit einigen Bravorufen geforderten Zugabe ähnlich schließen. Es war ein Vergnügen sowie eine Premiere, das gefühlvolle Stück 'Heimat' zu hören. Geschrieben erst vor etwa zwei Wochen, so Vatter auf Nachfrage unserer Zeitung, denn auf seinen CDs findet es sich noch nicht.

Handgemachte Musik auf Sterne-Niveau servierten die drei Künstler ihren Zuhörern. Ein Hörerlebnis im ersten Programmteil war das Solospiel von Stephan Jung mit dem aus der Schweiz stammenden 'Hang' mit sphärischen Klängen, Herzschlagrhythmen, eingängigen Melodien und einzelnen Tönen.

Mucksmäuschenstill verfolgte das Publikum Jungs Demonstration. Pianist Vatter erfuhr noch vor der Pause bei einer 'Klangexpedition' virtuosen Beistand durch Jung. Dessen Percussion zeichnet sich durch spezielle Effekte in harmonischer Beziehung zum Mann am Klavier aus.

Die andere Basis bei dieser exotischen Reise war durch das hoch konzentrierte Mitwirken von Pushpo Roy verankert. Er stammt aus Nepal und ist längst in Rieden am Forggensee zu Hause. Fast unglaublich: Vor den im Schloss geernteten Beifallsstürmen war der Tablaspieler ausschließlich im Freundeskreis aufgetreten. 'Ich habe einen Lehrer in München', erzählt Roy, der nur im ersten Teil mitmischte.

Die Musiker verzichteten auf eine Show, rückten dafür jedoch nahe ans Publikum. Kurz nach 21 Uhr, hatte sich Vatter nicht nur warm, sondern am Flügel heiß gespielt hatte. Auf seine Improvisationen zum Evergreen 'Summertime' folgte im Verbund mit Jung ein Blues, der so lange Gas gab, bis die Schlossluft fast kochte.

Das Publikum verwandelte sich in eine den Rhythmus klatschende Fangemeinde. Für ein weiteres 'Kaleidoskop' im Jahr 2013 halten Kirchgäßner und sein neuer Programmgestalter Christian Buchwald bereits einen Termin frei.

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