Bleckenau
Berghütten können ab Sommer dank neuer UV-Anlage keimfreies Trinkwasser zapfen

Es ist ein Problem, von dem viele Hüttenwirte ein Lied singen können: Sauberes Trinkwasser ist in den Bergen oft Mangelware. Tierkot wird eingeschwemmt – und bringt immer wieder Keime.

Auch im Gebiet der Bleckenau oberhalb von Schwangau gibt es dieses Problem. Die Gesundheitsabteilung des Ostallgäuer Landratsamtes erließ deshalb vor eineinhalb Jahren sicherheitshalber eine Abkochverordnung für das Wasser. Doch die wird wohl bald überflüssig: Im Sommer soll dort eine neue Wasseraufbereitungsanlage in Betrieb gehen.

Wenngleich durch Erhitzen den Keimen der Garaus gemacht werden kann: 'Gerade für eine Gaststätte mit vielen Besuchern ist das Abkochen von Wasser keine praktikable Dauerlösung', erklärt der Leiter der Gesundheitsabteilung im Landratsamt, Stefan Mohr.

Er begrüßt deshalb die Entscheidung, dass vom zuständigen Forstbetrieb Oberammergau (Bayerische Staatsforsten) neue Leitungen in der Bleckenau verlegt werden und eine keimtötende UV-Anlage eingebaut werden soll. Die bei einer Untersuchung gefundenen 'E. coli'-Bakterien – sie führten schließlich zur Abkochanordnung seit Juli 2010 – könnten so professionell bekämpft werden.

Doch mit eine paar neuen Leitungen und einer Anlage ist es in der Bleckenau noch nicht getan. Die neue Wasseraufbereitung braucht mehr Druck, weswegen der alte Brunnen aufgrund des zu geringen Gefälles nicht mehr genutzt werden kann. Die Lösung liegt laut Forstbetriebsleiter Meinhard Süß vom Forstbetrieb Oberammergau weiter oben: Unweit der derzeit verwendeten 'Benna-Quelle' liegt ein alter Notbrunnen der Gemeinde Schwangau.

Regelmäßige Kontrollen

Das Wasser soll dennoch weiterhin regelmäßig kontrolliert werden. 'Eine UV-Anlage bietet aber normalerweise die Gewähr, dass Keime abgetötet werden', so Stefan Mohr. Nutznießer der neuen Wasserversorgung ist nicht nur die Berggaststätte Bleckenau. Auch die Fritz-Putz-Hütte und die Diensthütte (Holzerhütte) profitieren von der UV-Entkeimungsanlage.

Deshalb werden laut Forstbetrieb Oberammergau neben Gaststätte und Forst auch der Alpenverein und die Bergwacht an den Kosten beteiligt. 'Es handelt sich um einen mittleren fünfstelligen Betrag, der nach den Bedürfnissen umgelegt wird', erklärt Süß. Bereits im Frühling sollen die neuen Rohre entlang der Pöllat verlegt und die UV-Anlage eingebaut werden.

Läuft alles nach Plan, wird spätestens Juli keimfreies Wasser fließen. Florian Schweiger, Wirt der beliebten Berggaststätte Bleckenau, zeigte sich gestern im Urlaub überrascht davon, dass die bereits seit längerem gehegten Pläne im Sommer umgesetzt werden sollen.

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