Reife Leistung
Benno Kölbl aus Füssen will mit seinen Bildern die Schönheit der Heimat zeigen

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Sie sporteln, reisen, geben Kurse, schuften im Garten oder engagieren sich für ihre Mitmenschen: Ältere Semester im Füssener Land sind vielfältig aktiv. In unserer Serie 'Reife Leistung' wollen wir in loser Folge Bürger vorstellen, die eindrucksvoll beweisen: Die ältere Generation gehört keinesfalls zum alten Eisen.

Sein erstes Bild war ein Fallschirmspringer über Kreta. Benno Kölbl erinnert sich noch genau an den Beginn seiner großen Leidenschaft: 'Das war noch zu Kriegszeiten', sagt der 81-Jährige. Nicht nur die Zeiten haben sich geändert, sondern auch seine Motive. Die Natur in der Heimat hat sich zu seinem Lieblingsmotiv entwickelt. 'Denn was gibt es Schöneres – wir haben das Paradies hier', sagt er und lacht.

'Wenn es drüben so schön ist, wie hier, dann ist alles recht', spielt er auf das himmlische Paradies an. Seine positive Lebenseinstellung und tiefe Verbundenheit mit der Natur möchte er mit seinen Bildern weitergeben. 'Die meisten Menschen sehen im Alltag gar nicht, wie schön sie es haben.

Wenn sie dann eines der Bilder anschauen, realisieren sie es wieder', wundert sich Kölbl mit einem Schulterzucken. Wenn jemand sein Bild lobe, freue es ihn, aber er sage dann jedes Mal: 'Schau aus dem Fenster, dann siehst Du es auch.'

Winterbilder sind seine Spezialität. 'Die faszinieren mich', schwärmt er. Vor allem das Schattenblau in dieser Jahreszeit hat es ihm angetan. Einige seiner Kunstwerke sind momentan im Soldatenheim in einer Ausstellung zu sehen – verkaufen will er sie aber nicht wirklich, zu sehr hängt er an seinen Werken.

Manche davon sind riesig – sechs Meter lang und über zwei Meter hoch. Einige Gemeinden haben Bühnenbilder seiner Dorfansichten aufgehängt. Wie viel Zeit er mit dem Malen verbringt? Das kann er selbst nicht genau sagen, aber seine Frau Elfi.

'Bis zu sechs Stunden am Stück sitzt er in seinem Atelier und vergisst die Zeit.' Manchmal müsse sie ihn mehrmals rufen, damit er zum Essen kommt. 'Beim Malen ist man weggetreten und gar nicht richtig da. Zeit spielt da keine Rolle', beschreibt er seine Passion. Aber nicht nur dem Malen hat er sich verschrieben: Der ehemalige Laiendarsteller gehört dem Trachtenverein Almrausch an.

Motivsuche mit der Kamera

Kölbl ist viel mit seiner Kamera unterwegs. Die Fotos bringt er dann mit Öl oder Acryl aufs Papier. Gelernt habe er das Zeichnen von einem Kriegsflüchtling. Es war ein Maler, der in den Wirren der Kriegszeit in seinem Heimatdorf Reichling bei Epfach landete. 'Ich durfte beim Malen zusehen, musste aber ganz still sein', erzählt Kölbl mit einem Schmunzeln.

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