Ku(h)rios
Ausgerechnet Bananen - Vierlings-Kälber mögen es fruchtig

Bedächtig kauend stehen die 18 Kühe der Familie Martin in ihrem Stall in Brandegg. Der Abend naht, draußen ist es nasskalt und dunkel, drinnen wohlig warm. Bauernhof-Idylle pur. Doch in einer Ecke des Stalls rührt sich was: Vier Kälber ziehen in einer Box ihre Kreise, beschnuppern sich und warten auf ihren 'Ziehvater' Gottfried Martin. Und noch etwas fällt auf: Dort riecht es nach Bananen. Bananen? 'Es gibt nichts, was unsere Vierlinge lieber fressen würden', klärt der Landwirt auf.

So selten wie beim Menschen

Die Sensation auf dem Hof der Familie Martin geschah vor gut fünf Wochen (wir berichteten): Kuh Petty brachte überraschend vier Kälber zur Welt – was bei Kühen fast so selten passiert wie beim Menschen.

'Ohne unseren Tierarzt Karl-Heinz Mair aus Seeg wäre die Sache aber nicht so problemlos abgelaufen', sagt Martin ernst. Denn der habe sich vorbildlich um das ungewöhnliche Quartett gekümmert.

Nicht nur Mutter Petty, auch ihre vier Kleinen sind wohlauf – mehr noch: Sie halten die Bauernfamilie im Weiler Brandegg von Anfang an auf Trab. Mit 25 Kilo kam jedes der vier Kälber auf die Welt, inzwischen bringt jedes Tier gut fünf Kilo mehr auf die Waage. Sie wachsen nicht schnell, dafür aber stetig.

Dass bei Mehrlingsgeburten alle Tiere wohlauf sind, ist laut Martin keineswegs selbstverständlich. Bereits bei der vorherigen Geburt hatte Petty es nicht bei einem Kalb bewenden lassen – auch wenn es damals 'nur' Zwillinge waren. Umso glücklicher ist der 47-Jährige, dass erneut alle Jungtiere gesund sind.

Als wollten sie diese Worte bestätigen, strecken die vier neugierig ihre Köpfe nach oben. Sie wollen herausfinden, ob nicht noch etwas Fressbares für sie abfallen könnte.

'Ab dem zweiten Tag hatte die Kuh keine Milch mehr für die vier, seitdem füttern wir sie', berichtet ihr 'Ziehvater'. Erst viermal, inzwischen dreimal pro Tag bekommen die Kälber seitdem ihr Fläschchen – nach Möglichkeit für alle gleichzeitig. 'Etwas Futterneid haben sie schon untereinander – aber das ist ein gutes Zeichen.'

Am Anfang hatte der Bauer noch zur Stärkung Bananen zugefüttert. Und die fressen sie inzwischen lieber als alles andere. 'Jetzt wird es höchste Zeit, dass sich auch unsere Kurzen wieder normal ernähren', so der Landwirt schmunzelnd.

Insgesamt jedoch sei das Quartett recht pflegeleicht. 'Vier gesunde Kälber sind einfacher zu haben als ein krankes', so Martins Erfahrung. Einzig die Kälberbox musste die Familie kurzerhand vergrößern, 'denn mit vier auf einen Streich rechnet ja kein Mensch.'

Wie es mit dem Quartett weiter geht, ist noch nicht ganz klar. Sollten die weiblichen Kälber fruchtbar sein (was bei Mehrlingsgeburten eher selten der Fall sei), dürfen sie bleiben und bekommen traditionell nach der Geburt des ersten Kalbes einen Namen. Die beiden Stiere dagegen werden nach acht bis zehn Wochen in Mastbetriebe gehen.

Bis es soweit ist, sind die vier zweifellos die 'Stars' auf dem Martin-Hof. Kein Wunder, dass sie dem 47-jährigen Landwirt inzwischen ans Herz gewachsen sind. 'Sie werden morgens als Allererste gefüttert und sind die Letzten, um die man sich kümmert, bevor man abends ins Haus geht.' (was)

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