Transalp
Auf Tourenskiern vom Garda- zum Kochelsee

Für Biker ist «Transalp» nichts Neues - aber auf Skiern, nach dem Motto «Spaß statt Speed», das ist Neuland und Abenteuer pur. Bernd Ritschel, Skibergsteiger und Fotograf, präsentierte beim Alpenverein Pfronten in faszinierenden Bildern und Filmsequenzen die abenteuerliche Überquerung der Alpen vom Garda- zum Kochelsee, die er im März 2009 mit Andi Pöll, Christian Speer und Christian Schneeweiß absolvierte.

Die Route führte durch die Brentaberge, die Ortlergruppe, die Ötztaler sowie Stubaier Alpen, das Wettersteingebirge, die Mieminger Kette und am Ende durchs Ammergebirge.

20000 Höhenmeter in 17 Tagen

In 17 Tagen legten sie 325 Kilometer zurück und überwanden mehr als 20000 Höhenmeter, eine fast unvorstellbare Leistung, vor allem angesichts widrigster Wetterbedingungen. Teils fegten Stürme mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde über Gipfel und Grate, galt es Neuschnee von mehr als einem halben Meter zu überwinden bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad. Lawinengefahr bestand dazu fast täglich.

Oberstes Gebot war, die nötige Vorsicht walten zu lassen, das Risiko so gering wie möglich zu halten. Alles war nur zu bewältigen durch exakte Planung, sicheren Umgang mit Kompass und Satellitenortung GPS, beste Kondition, eingespielte Begleiter und großer Erfahrung im winterlichen Gebirge. Zur Nachahmung ist die Tour nicht unbedingt empfohlen.

Wegen schlechter Wetterbedingungen musste die Route kurzfristig von Süd nach Nord in Angriff genommen werden, Tagesetappen wetterabhängig nicht nur einmal geändert werden. Hohe Gipfel wie Adamello, Cevedale und Weißkugel konnten darum nicht bestiegen werden. Dies tat dem Genuss keinen Abbruch, auch wenn es skifahrerisch nicht immer ganz das erhoffte Vergnügen gewesen ist.

Dass dieser Traum unter teils extremsten Bedingungen in die Tat umgesetzt werden konnte, war den Sportlern den ganzen Aufwand jedoch mehr als wert. Die «Ski-Transalper» waren an manchen Tagen mutterseelenallein unterwegs, genossen das Wintermärchen in unberührter Natur, die große Einsamkeit und Stille und ernteten ungläubiges Staunen, wenn sie die Frage «Woher?» mit «vom Gardasee» beantworteten.

Glücklich und froh, dieses fast waghalsige Abenteuer mit Emotionen im Grenzbereich unbeschadet überstanden zu haben, genossen die Vier den Sonnenaufgang bei der letzten Tagesetappe auf dem Kohlgruber Hörnle kurz vor dem Eintauchen in den Alltag.

Applaus belohnte diesen Vortrag, der durchaus einen besseren Besuch verdient gehabt hätte.

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