Maho-Chronik
Andreas Koops Porträt der Pfrontener Firma Maho ist alles ndash außer langweilig

Eins ist die Chronik der Pfrontener Firma Maho aus der Feder des Nesselwangers Andreas Koop auf jeden Fall nicht: langweilig. Das gilt für den Stoff – eine kleine Handwerksbude wird zum bedeutenden Maschinenbauunternehmen, bis es plötzlich vor dem Aus steht. Das gilt für die Aufbereitung – als Designer verseht es Koop, auch vermeintlich trockene Wirtschaftsthemen in Szene zu setzen. Das gilt für die 'Rahmenhandlung' – Koop bettet die Firmenchronik in Pfrontener Orts- und die Weltgeschichte ein. Und das gilt vor allem auch für die Entstehungsgeschichte des Buches selbst. Post von Anwälten begleitete Koops Arbeit ebenso, wie er zuvor bei den Recherchen öfter vor verschlossenen Türen stand. Noch sind offenbar viele Wunden von Protagonisten und ihrem Umfeld schmerzhaft offen. Ergebnis ist unter anderem eine eingeklebte 'Richtigstellung' am Ende des Buches.

Den Auftrag, das Wissen über die Geschichte der Firma zu dokumentieren, hatte im Jahr 2002 der damalige kaufmännische Geschäftsführer der Deckel Maho GmbH, Michael Welt, Andreas Koop erteilt. Welt stieg später zum Finanzvorstand der Konzernmutter Gildemeister AG in Bielefeld auf, bis ihm die im Mai vergangenen Jahres den Stuhl vor die Tür stellte.

Heute will der Konzern mit Koops Maho-Chronik nichts mehr zu tun haben. 'Es handelt sich um eine von Deckel Maho nicht autorisierte Chronik. Der Autor ist für die Inhalte allein verantwortlich ', antwortete die Gildemeister-Pressestelle auf eine Nachfrage unserer Zeitung, warum das Unternehmen sich nicht an der Präsentation des Bandes beteiligte.

Man habe zwar mit dem Autor keine inhaltlichen Differenzen, aber auch keine Notwendigkeit, sich mit dem Werk zu identifizieren oder davon zu distanzieren, 'da die Chronik nicht von Deckel Maho erstellt wurde'.

Damit die rund 1000 Arbeitsstunden, die Koop in Recherchen in Archiven und Gesprächen mit Zeitzeugen verbracht hatte, nicht umsonst waren, investierte er schließlich weitere 500 Stunden in die Gestaltung des Bandes, der nun in der Edition Minerva erschien, ein Münchner Verlag, der sich vor allem der Kunst- und Kulturgeschichte widmet. Mit ihm war Koop bei der Arbeit an einem Katalog für das Münchner Stadtmuseum in Kontakt gekommen. Die bayerische Landeshauptstadt spielt in Koops Maho-Chronik als Heimat der Deckel AG eine wichtige Rolle.

Der Fusion der beiden zuvor erbitterten Konkurrenten widmet Koop das siebte Kapitel seiner Chronik, die den Zeitraum bis 1995 erfasst. Damals begann mit der Übernahme von Deckel Maho durch die Gildemeister AG ein ganz neues Kapitel. Der Bielefelder Konzern rettete damit damals auch sich selbst.

'MAHO – Eine Firmenchronik 1920 - 1995' von Andreas Koop ist in der Pfrontener Gemeindebücherei im Heimathaus erhältlich (auch als Leihexemplar) sowie bei der Buchhandlung Ortner an der Vilsbrücke in Pfronten sowie in der Bücherstube Kosch in Nesselwang. Es kann auch über jede andere Buchhandlung bestellt werden.

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