Chloralarm
Alte Gasflasche sorgt für Ausnahmezustand in Bad Faulenbach

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Ausnahmezustand herrschte am Sonntag in Bad Faulenbach. Wie berichtet, war im Europark Hotel Chlorgas ausgetreten. Die Suche nach dem Leck gestaltete sich schwierig. Erst am Abend konnte die Quelle ausfindig gemacht werden: eine alte, undichte Gasflasche. Wenngleich nur Teile des Hotels und nicht der ganze Ortsteil evakuiert werden mussten, waren doch zahlreiche Bewohner und Hotelgäste in Bad Faulenbach über Stunden in den Häusern gefangen.

<< Es war eine riesen Aufregung: Das ging von morgens um acht bis abends um acht >>, beschreibt Hans Josef Reiter von der Interessengemeinschaft Bad Faulenbach den Einsatz (siehe Infokasten). Anfangs wurde gar der komplette Ortsteil an den Zufahrten über Morisse, Lech und Alatsee abgesperrt: << Unsere Gäste durften weder rein noch raus. >> Dennoch hält Reiter den Einsatz für angemessen: Bevor etwas Schlimmes passiere, sei Vorsicht die Mutter der Porzellankiste.

Angefangen hatte alles am Sonntag gegen acht Uhr mit << einem starken Geruch nach Chlor >>, so Walter Güthler von der Integrierten Leitstelle Allgäu. Nachdem sich die Füssener Feuerwehr vor Ort ein Bild gemacht hatte, wurde ein Gefahrengut-Gerätewagen der Kemptener und der Kaufbeurer Feuerwehr angefordert.

Da lange Zeit unklar war, woher das Gas stammt, warnte die Polizei die Anwohner per Lautsprecherdurchsagen und eine Radiomitteilung. Zudem wurde die << Analytische-Task-Force >> der Münchner Berufsfeuerwehr gerufen. Die konnte allerdings kurz vor ihrem Eintreffen wieder abbestellt werden, da Rettungskräfte zwischenzeitlich die Gasflasche fanden. << Die Abdichtung des Druckgasbehälters durch die Einsatzkräfte vor Ort war aber aufgrund des altersbedingten schlechten Zustands nicht möglich >>, beschreibt Güthler die Misere. Zur Bergung musste eine Spezialfirma aus Gersthofen bei Augsburg anrücken. Die ließ wiederum den Behälter durch die Werksfeuerwehr Gersthofen im Spezialtransportbehälter abholen. Der Einsatz war laut Polizei gegen 20.30 Uhr beendet.

Woher die Gasflasche stammt, ist unklar: << Das ist eine Uralt-Last vom früheren Besitzer - von der alten Mooraufbereitungsanlage >>, sagte gestern Wilhelm Schwecke vom Europark Hotel. Keiner habe gewusst, dass dort eine Gasflasche steht. Eine Gefahr hätte aber nicht bestanden: << Zu diesem Zeitpunkt waren unsere Gäste schon abgereist und die Zimmer waren ohnehin nicht betroffen. >> Jetzt sei das Gebäude gründlich abgesucht worden, damit nicht weitere Flaschen unentdeckt bleiben: << So etwas kann nicht wieder passieren >>, so Schwecke.

Wie hoch der Schaden ist, lässt sich laut Michael Hämmer vom Polizeipräsidium in Kempten schwer abschätzen. << Der Schutz von Personen gehört etwa zu den Aufgaben der Polizei und wird in der Regel nicht in Rechnung gestellt >>, erklärt Hämmer. Dennoch könne er zivilrechtliche Konsequenzen nicht ausschließen - << vorausgesetzt, es liegt ein Verschulden vor >>.

Die Polizei prüfe deshalb derzeit, ob ein Fremdverschulden vorliege: Sei dies der Fall, werde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die zwei Hausmeister und der Feuerwehrmann, die mit Kopfschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, konnten das Hospital mittlerweile wieder verlassen, bestätigte gestern der Polizeisprecher.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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