Casting
Als Komparse ins Filmgeschäft hinein schnuppern

Knapp 30 Menschen, die ein Ziel haben: Sie alle wollen zum Film. Beim Casting in Füssen geht es zwar nicht in Richtung Hollywood, aber immerhin zu den Profis einer Produktionsgesellschaft, die derzeit den nächsten großen Spielfilm über den Märchenkönig ,,Ludwig II.' realisieren.

Manuela Müller-Czehowsky leitet das ganztägige Auswahlverfahren für die Komparsen. Unterstützt von ihrem Team hat sie richtig viel zu tun.

Als sich der erste Ansturm gelegt hat, betritt Manfred Loosen den Raum. Irgendwoher kennt man den Schnurrbartträger. Na klar: Im Musical ,,Der König kehrt zurück" stand der Pensionär bis Ende August in Kempten regelmäßig auf der Bühne. Loosen war Kammerdiener Müller. Er will nach seinen Auftritten im Musical beim Ludwig-Film dabei sein - und sei es ,,als Gesicht in der Menge", so Loosen.

Die Kamera wird erst ab 16 Uhr laufen, so dass auch Werkzeugmacher Alfred Dollansky aus Marktoberdorf mitspielen könnte, ,,weil ich schon früh Feierabend habe". Für den 52-Jährigen wäre es eine Premiere.

Zur neuen Ludwig-Filmcrew mit vielen bekannten Schauspielern sollen die unter den Königsschlössern rekrutierten Kleindarsteller in unterschiedlichen Rollen bei zahlreichen Szenen stoßen: etwa als Feuerwehrmänner oder Bauersleute. Ob Familie Lieb aus Füssen, die zu viert zum Auswahlverfahren kommt, in einer Szene von ,,Ludwig II." gemeinsam in die Kamera schauen darf, wird an diesem Tag im ,,Luitpoldpark-Hotel" noch nicht entschieden.

Den Fragebogen des Produzenten Bavaria Pictures GmbH ausfüllen und noch kurz vor die Kamera treten, ist im bis auf ein paar Tische fast leeren Hotelsaal schon alles, was von jedem Komparsen in spe verlangt wird. Vorspielen muss hier keiner. Es geht um Körper- und Konfektionsgrößen, um die Farbe der Augen und um Haare.

Somit spielt es keine große Rolle, dass die in Füssen lebende Familie Lieb unter der Regie des ältesten Sohnes schon ein kleines privates Filmprojekt abschließen konnte. Der elfjährige Martin Lieb möchte sich gern ,,im historischen Kostüm" auf der Leinwand sehen. Er will im Kino sagen: ,,Das bin ich." Auch Vater Thomas wäre auf eine kurze Szene in ,,Ludwig II." mächtig stolz.

Keiner denkt hier zuerst an die Gage. Ins Filmgeschäft ,,hinein schnuppern können und an den Drehtagen einen Blick hinter die Kulissen werfen" - das ist nicht nur für Judith und Thomas Lieb der Grund, Freizeit für die Kandidatur als Komparse zu opfern. In der filmbegeisterten Familie herrscht Einigkei: ,,Wir hoffen, dass es zumindest einer von uns schafft. Die drei anderen sind dann seine Fans."

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