Vortrag
Alexander Schrade spricht bei Ortsgruppe der KAB in Seeg über Afghanistan

Beim 'Hoigarte nach der Kirche' konnte Florian Paulsteiner, Vorsitzender der KAB in Seeg, Alexander Schrade als Referent gewinnen. Er arbeitet seit mehreren Jahren für die Welthungerhilfe und war bis 2009 anderthalb Jahre in Afghanistan. Seit einem Jahr arbeitet er im Entwicklungsministerium in Bonn – und sprach nun über Afghanistan.

Das Land stehe auch vor dem Hintergrund des Bundeswehreinsatzes im medialen Fokus. Insgesamt 5000 Männer und Frauen sorgen dort für Stabilität und sind tätig für den Aufbau von Sicherheitsstrukturen.

Erfreulich sei, so Schrade, dass Kabul der erste Distrikt sei, in dem die afghanischen Behörden die Sicherheit komplett übernommen haben. Der afghanische Geheimdienst sei in Bezug auf die Prävention der Anschläge gut. Trotz allem gehöre das Land zu den ärmsten der Welt.

Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung leben in absoluter Armut, die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt nur 48 Jahre. Im Land selber gibt es fruchtbare Böden, doch oft fehlt Wasser.

Es gibt Bewässerungssysteme, die aber viel Wasser verlieren. 'Hier versuchen wir', so Schrade, 'Verteilersysteme so zu konzipieren, dass weniger Wasser verloren geht.'

Zudem wurde der Reisanbau eingeführt, der weniger Wasser benötigt. Ein wichtiges Element sei die Versorgung mit Trinkwasser, aber auch die sanitären Anlagen, erklärte der Referent. Hier fördere die Welthungerhilfe seit Jahren ein Programm zum Brunnenbau.

'Trotz all dieser Beispiele ist es so, dass internationale Hilfsorganisationen nicht einen Staat und seine Institution ersetzen können. Wir können was bewegen und wir haben mit den Trinkwasserprojekten auch über 400 Dörfer erreicht. Das sind etwa eine halbe Million Menschen innerhalb von zehn Jahren', zog Schrade ein Fazit.

Aber um diese Infrastruktur nachhaltig aufrechtzuerhalten, benötigt man staatliche Strukturen. 'Das Land hat kein Steueraufkommen. Das muss sich ändern.'

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