Nachruf
Abschied von einem außergewöhnlichen Menschen

Wenige Monate nach dem Tod seiner Frau Maria ist Alfred Wintergerst jetzt im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Mit seinen Kindern, deren Familien und der Stadt Füssen trauert auch die Schulfamilie des Gymnasiums Hohenschwangau - die Schule, die Wintergerst 37 Jahre lang als Direktor prägte.

So sehr seine Eltern in Memmingen sparen mussten, sie ermöglichten ihm das Studium in München << zu einer Zeit, als man noch Briketts oder ein Holzscheit mitnahm zum gemeinsamen Lernen >>, erzählt Wintergersts Tochter Elisabeth.

1955 trat er seine erste Stelle an: es war das Gymnasium mit Schülerheim Hohenschwangau. Er unterrichtete Deutsch, Geschichte und Geographie, war Heimerzieher und bald Heimleiter, wurde Stellvertreter von Oberstudiendirektor Wilhelm Ott und übernahm 1981 die Schulleitung. << Er war ein Segen für uns alle, diese Worte wurden 1992 zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand gesprochen, und sie gelten über seinen Tod hinaus >>, sagt Edward Weber, der bis 2009 das Gymnasium Hogau leitete. << Streng war er und zugleich gütig, der erzieherische Anspruch, die behütende Fürsorge zeichneten ihn aus. >>

Alfred Wintergerst hatte ein großes Herz für die Jugend. Zu seinem Abschied stiftete er den Alfred-Wintergerst-Pokal für das Eishockey-Turnier der Allgäuer Schulmannschaften. Seiner Schule blieb er zeitlebens verbunden. << Da muss man erst in Pension gehen, dass man so gefeiert wird >>, meinte er, wenn ihn bei Schulfeiern überschwenglicher Applaus begrüßte.

<< Der Direktor auf dem Fahrrad >>

Mittelpunkt und ruhender Pol war seine Familie. Und seit der Zeit, als seine Frau und er mit den vier Kindern nach Füssen zogen, war Wintergerst << der Direktor auf dem Fahrrad >>. Daran erinnert sich auch Magnus Peresson gerne. << Bei den Exkusionen, die er organisierte >>, sagt der Vorsitzende des Historischen Vereins Alt Füssen, << ist er die Strecke mit Bahn und Fahrrad abgefahren >>.

Seit 1973 gehörte der Historiker und Geograph dem Vorstand von Alt Füssen an, brachte sein Wissen ein, hielt mitreißende Vorträge.

Mit vollem Engagement widmete er sich seinen Aufgaben auch im kulturellen und kirchlichen Bereich. Als << Mann, der in und mit der Kirche lebt >>, wurde er nach 20 Jahren als Vorsitzender des Pfarrgemeinderats St. Mang mit dem Ulrichskreuz ausgezeichnet. Nach der Pensionierung schöpfte er bei Kirchenführungen in St. Mang aus seinem reichen Wissen, und die Aufgabe als Lektor war ihm Verpflichtung. Erst im Herbst 2010 zog er sich von seinen Ämtern zurück. Wer ihn kannte, trauert um einen aufrechten Mann, ein Vorbild an Pflichtbewusstsein und Integrität.

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 22. Juni, um 10 Uhr in St. Mang statt.

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