Streitfall
Abriss-Debatte: Schwangauer Rat will Behördenvertreter zu Diskurs einladen

Der Abbruch eines in Teilen denkmalgeschützten Anwesens im Mitteldorf gehört seit Jahren zu den Dauerbrennern im Schwangauer Gemeinderat. Auch in jüngster Sitzung zerbrachen sich die Ratsmitglieder den Kopf über das historische Anwesen. Hatte die Eigentümerfamlie Häfele das Gremium doch gebeten, sie in ihrem bislang vergeblichen Abriss-Bemühen zu unterstützen. Schließlich sei der Erhalt des teils maroden Gebäudes für eine junge Familie nicht zuzumuten. Ergebnis der Beratung: Die Gemeinde will nun Kreisbaumeister Anton Hohenadl und Vertreter des Denkmalschutzes zur Diskussion mit dem Gemeinderat bitten.

Hintergrund: Das Landratsamt hat den 2004 erstmals beantragten Totalabriss des gegen 1790 errichteten, besonders ortstypischen Bauernhauses abgelehnt. Lediglich in Teilen dürfe das Wohn- und Landwirtschaftsgebäude abgetragen werden. Das Verwaltungsgericht Augsburg hatte diese Position der Kreisbehörde im Oktober 2011 bestätigt und lediglich eine neue 'Prüfung der wirtschaftlichen Zumutbarkeit' des Erhalts gefordert.

Hatten die Schwangauer Räte 2004 noch mit 15:0 Stimmen gegen den Totalabriss gestimmt, so klang jetzt bei den meisten Ratsmitgliedern großes Verständnis für den Wunsch der Familie durch.

'Der Denkmalschutz muss mehr Zugeständnisse machen, wenn die Flucht zum Dorfrand verhindert werden soll', betonte Bürgermeister Reinhold Sontheimer (CSU).

'Zum Umdenken bewegen'

Jens Schwarz (CSU) forderte mit Blick auf drei weitere Leerstände im Ortskern, 'die Familie unbedingt zu unterstützen und das Denkmalamt zum Umdenken zu bewegen.' Zumal das Gebäude ja nur in Teilen dem Originalzustand entspreche und in derselben Optik neu errichtet würde, wie Otto Lang (CSU) ergänzte. Lediglich Roman Seider (SPD) erinnerte an den einmütigen Ratsbeschluss früherer Jahre.

'Würde ein Beschluss von uns ,pro Totalabbruch’ etwas ändern?', fragte schließlich Max Häring (Freie Wähler). Antwort von Hauptamtsleiter Klaus Lang: 'Ich glaube nicht.' Mit 11:3 Stimmen schloss sich das Gremium schließlich dem Vorschlag von Andreas Schweiger (FD) an, die Denkmalschützer zur Diskussion einzuladen. (raf)

Eigentümer Andreas Häfele vor dem teils denkmalgeschützten Anwesen Mitteldorf 18. Der Gemeinderat will nun mit Vertretern von Kreisbehörde und Denkmalschutz über den bislang verbotenen Totalabriss des Gebäudes diskutieren. Archiv-Foto: Felix Frasch

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