Ruhestand
A bissle bschissa: Statt kranker Kuh gibts Feier für Gottfried Schmid-Lindner

Zu einem Notfall in einem Stall in Lechbruck ist kürzlich Tierarzt Gottfried Schmid-Lindner am Abend gerufen worden. Bereit zum Einsatz und auf alles gefasst musste er bei seiner Ankunft jedoch feststellen, dass dieser Notruf gar keiner war: Vielmehr war es ein Vorwand, den kurz vor seinem Ruhestand stehenden Tierdoktor nach Lechbruck in die Lechhalle zu locken. Dort warteten schon weit über 300 Landwirte, Kollegen, die Familie und Freunde auf der Abschieds-Überraschungsparty, die von seinen Kollegen der Lechbrucker tierärztlichen Gemeinschaftspraxis Dr. Hubert Nau und Dr. Bernhard Bayrhof (früher Tierarztpraxis Mahrla) organisiert wurde. Heute feiert der Veterinär zudem seinen 65. Geburtstag.

Die Überraschung war gelungen: Die Gummistiefel und den Arztkittel durfte Schmid-Lindner im Keller zwar noch schnell ablegen, doch dann war Feiern angesagt. Das Fest mit Musik, Bier und Brotzeit war das Abschiedsgeschenk von vielen Kollegen und den Landwirten für seine langjährige Tätigkeit als gern gesehener und beliebter Tierarzt.

«38 Jahre Tierarztdasein sind Anlass genug, um so etwas zu veranstalten,» meinte Bernhard Bayrhof in seiner Begrüßungsrede zu seinem Tierarztkollegen. Nur kurz ging er auf einige Anekdoten aus dieser langen Zeit ein - er selbst habe Schmid-Lindner in seiner zweieinhalbjährigen Tätigkeit in Lechbruck stets als loyalen Kollegen und Freund, dem nichts zu viel ist, kennengelernt. «Die Umstellung war nicht einfach, doch mit Dir als Vorbild hat man Spaß an dem Beruf,» sagte Bayrhof.

Auch von Seiten der Landwirte kam nur Gutes über ihren Tierdoktor zur Sprache: «Des ist eiser Tierarzt, der immer da ist und a offenes Ohr und Zeit hat,» bestätigte Bayrhof den Originalton der Bauernschaft. Auch Gottfrieds Frau Susanne und der Familie galt großer Dank.

«Jetzt isch mir fast a bissle zum Fuda,» gestand Schmid-Lindner überwältigt, konnte seine Rührung aber gleich mit einem Witz überspielen: «Jetzt bin i so lang Tierarzt, aber so wia heut hand mi die Baura im Leba no it bschissa,» grummelte der Gefeierte an seine im Saal versammelten «Siacha», weil sie so fest zusammenhielten und schwiegen. Dass er gerne mit ihnen gearbeitet hatte, konnte man Schmid-Lindner abnehmen, und dafür galt sein großer Dank.

Auch für das gute Miteinander mit dem ehemaligen Seniorchef Alois Mahrla und dessen Sohn Stefan und nicht zuletzt den neuen Praxisbetreibern Hubert Nau und Bernhard Bayrhof.

Immer noch völlig überrascht bestätigte Schmid-Lindner, von der Feier nichts geahnt zu haben: Denn «sonst hätt´ i doch it meine dreckige Gummistiefel mit do rei´ g´nomma,» sagte er fast entschuldigend.

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