Typisierung
300 Freiwillige lassen als Stammzellenspender registrieren

Wie es geht, wenn ein Leukämiekranker ihre Stammzellen braucht, weiß Annabell Lindbichler schon: Zwei kleine Schnitte am Beckenkamm, um unter Vollnarkose per Punktion Stammzellen zu entnehmen. Die andere Methode, mit einem Medikament eine verstärkte Bildung von Stammzellen anzuregen und diese dann mit einer Zentrifuge aus dem Blut zu gewinnen, kommt für die 22-jährige Pfrontenerin nicht infrage: 'Ich kann doch kein Blut sehen.' Als eine von ganz wenigen hatte sie deshalb bei der Typisierungsaktion der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) am Samstag in der Mittelschule Pfronten von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Blutprobe im Liegen abzugeben. Jetzt sitzt sie in der Sonne, genießt Kaffee und Kuchen, den es zur Belohnung für alle Freiwilligen gab, und meint: 'Wenn’s passt, das wäre schon cool.'

Und wenn die Stammzellen nicht für Bruno passen, in dessen Namen die Aktion in Pfronten lief, sondern für einen anderen Kranken, 'dann ist es auch gut', sagt Annabells Freundin Sabrina Schober (22). Zusammen mit einer dritten Freundin aus Pfronten, Angela Erhart (21), und Martin Jörns (29) aus Füssen waren sie als Quartett angetreten. 'Aus reiner Neugier', wie Martin Jörns einräumt.

Er verfügt immerhin schon über Blutspendeerfahrung. Wie für alle anderen 300 Freiwilligen, die sich in Pfronten als potenzielle Stammzellenspender haben registrieren lassen, begann der Weg des Quartetts mit einer Einverständniserklärung, die zu lesen und zu unterschreiben war. Weiter ging es zur Datenerfassung am Computer und zur Röhrchenausgabe.

Das Röhrchen erhält den Barcode, unter dem der Stammzellenspender in der weltweit abrufbaren Datei anonym registriert wird. Einer von Tausend kann so mit seinen Stammzellen tatsächlich einem Kranken helfen, erklärt Verena Spitzer von der AKB, die mit sieben Mitarbeitern in Pfronten ist. Dort werden sie von Helfern aus Krankenhäusern und von Hilfsdiensten der Region unterstützt. Bäcker, Metzger und freiwillige Kuchenbäcker bestückten kostenlos das beeindruckend reichhaltige Büfett für die Freiwilligen.

Wohl mit ein Grund, warum Verena Spitzer hinterher von einer 'schönen Aktion' sprach, mit deren Erfolg die AKB zufrieden sei. Dass diesmal ausnahmsweise die Männer leicht in der Überzahl waren, lag wohl auch daran, dass viele Arbeitskollegen von Bruno gekommen seien, so Verena Spitzer.

Ob sich der Aufwand gelohnt hat, und einer der Freiwilligen als Stammzellenspender gebraucht wird, zeigt sich freilich erst hinterher im Labor, wenn die Gewebemerkmale bestimmt worden sind. Nicht nur Annabell fände es cool, wenn’s passt

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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