Jubiläum
175 Jahre Allgäuer Zeitung - Füssener Blatt

Seit mittlerweile 175 Jahren erscheint das Füssener Blatt. Am Anfang gab es nur zwei Mal in der Woche Neuigkeiten aus aller Welt – streng beäugt von den Beamten des königlichen Landgerichts, die auf das gesetzliche Zensurrecht pochten. Heute informiert die Allgäuer Zeitung – Füssener Blatt tagesaktuell über das Weltgeschehen und lokale Ereignisse aus Politik, Kultur, Sport und Wirtschaft.

Das Jubiläum würdigt die Allgäuer Zeitung in Füssen mit einer umfangreichen Beilage. Die 64 Seiten starke Sonderedition enthält eine Vielzahl von Beiträgen aus dem Füssener Land. Die Gemeinden und Ortschronisten im südlichen Ostallgäu gingen auf Spurensuche und warfen einen Blick in die Vergangenheit ihrer Gemeinde. So wie Annemarie Dolesch und Karolina Eberle, die die Entwicklung der Gemeinde Rieden beleuchten.

Ein Auszug:

Ein Güterverzeichnis des Bischofs von Augsburg erwähnt Rieden erstmals im Jahre 1316. Der Ortsname Rieden deutet auf die Entstehung des Ortes als Rodungssiedlung. Nach der Säkularisation 1802 kam Rieden mit dem gesamten Gebiet des Bistums Augsburg an das Kurfürstentum Bayern, das 1806 Königreich wurde. Ab 1867 gehörte Rieden zum Bezirksamt Füssen. Wie so viele andere Dörfer, geriet Rieden in den Sog der Aufwärtsentwicklung der Landwirtschaft im 19. Jahrhundert.

Das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen brachte dem einzelnen Bauern Hilfe und vermittelte neue Methoden der Milchwirtschaft. Die 1860 in Füssen gegründete Seilerwarenfabrik gab auch den Riedener Kleinbauern und Söldnern die Möglichkeit zu arbeiten, um ihren Lebensstandard zu verbessern. Sie gingen täglich, außer sonntags zu Fuß in die 'Fabrik', später per Fahrrad.

1906 wird der Ort Rieden so bezeichnet: 'Pfarrort: Dorf von 79 Anwesen und 355 Einwohnern, in einem Kessel, hügelig, mit rauhem, aber gesundem Klima. Verkehr nicht ungünstig mit Füssen (1 1/4 Stunden), woselbst sich der nächste Arzt befindet. Postagentur mit Telephon'.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts entstand die Idee, die ganze Wasserkraft des Lechs durch einen Speichersee zu nutzen. Durch die beiden Weltkriege verzögerte sich das Projekt. Die Verbindungsstraße in Richtung Füssen und Roßhaupten verlief bis Anfang der 1950er Jahre parallel zur alten Römerstraße Via Claudia Augusta. Das bis zum Bau des Forggensees abseits gelegene Dorf wurde an die heutige B16 angebunden. Nach der Fertigstellung der Straße 1953 und der Aufstauung des Forggensees 1954 nahm der Fremdenverkehr einen riesigen Aufschwung.

Hatte die Landkreisreform bereits Spuren hinterlassen, waren nach den Plänen der Regierung noch viel tiefgreifendere Maßnahmen bei der Gemeindegebietsreform 1972 bis 1978 zu erwarten. Trotz intensiver Verhandlungen mit den umliegenden Gemeinden im Süden konnte nicht abgewendet werden, dass Rieden nach Roßhaupten eingemeindet wurde.

Vom Verwaltungsgerichtshof wurde die Eingemeindung nach Roß­haupten wieder aufgehoben und die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft mit Lechbruck und Roßhaupten vorgeschlagen. Ab Mai 1978 wurde Rieden ein zweites Mal Bestandteil der Gemeinde Roß­haupten. Doch nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes vom 5. November 1980 erlangte der Ort seine Selbstständigkeit wieder zurück.

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Redaktion extra aus Kempten

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