Eishockey
EV Füssen: Großartige Leistung gegen Garmisch vor dem Aufstiegsendspiel in Miesbach

EV Füssen gegen den SC Riessersee 1:2
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  • EV Füssen gegen den SC Riessersee 1:2
  • Foto: Benedikt Siegert
  • hochgeladen von Holger Mock

Das beste Spiel seit Neugründung, Oberliganiveau, Duell der Füssener Torhüter, gefühlter Sieg trotz Niederlage, oder einfach nur ein geiler Eishockeyabend – das 1:2 (0:1, 0:0, 1:0, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen des EV Füssen gegen den SC Riessersee am Freitagabend war ein denkwürdiges Altmeisterduell und wurde mit vielen Attributen bedacht. Am Ende zeigten die Gäste, warum sie souveräner Tabellenführer sind und rein sportlich in der Runde eigentlich nichts verloren haben, während sich der EVF mit einer großartigen Leistung der gesamten Mannschaft und dank der gleichzeitigen Niederlage von Miesbach in Bad Kissingen ein Endspiel am Sonntag um den Aufstieg erkämpft hat.

Wie schon zuletzt trat der SCR auch in Füssen ersatzgeschwächt an, doch der Vierte der Oberliga-Hauptrunde hatte natürlich immer noch genügend Qualität im Kader, um über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft zu sein und ein enorm hohes Tempo gehen zu können. Dem stand ein kampfstarkes Heimteam gegenüber, welches mit zwei angeschlagenen Spielern auflief, die sich in den Dienst der Mannschaft stellten, und durch viel Druck auf die Gästeabwehr die höhere Anzahl an hochklassigen Tormöglichkeiten aufweisen konnte. Gerade im ersten Abschnitt hätten die Füssener das Spiel dadurch zu ihren Gunsten entscheiden können.

Garmisch begann sehr zielstrebig und hatte die ersten Torchancen. Erst nach fünf Minuten musste Daniel Fießinger erstmals eingreifen und eine Minute später auch hinter sich greifen. Ein verdeckter Schuss von Lubos Velebny hatte eingeschlagen, das Stadion jubelte. Doch keiner der drei Unparteiischen hatte den Treffer gesehen, es ging mit 0:0 weiter. Nicht die einzige diskussionswürdige Situation in einem Spiel, bei welchem zumindest beide Teams voll auf der Höhe waren. Füssen antwortete mit wütenden Angriffen und erspielte sich in diesem Abschnitt ein klares Chancenplus. Dreimal liefen die Schwarz-Gelben in Person von Marc Besl, Marius Klein und Markus Vaitl alleine auf das gegnerische Tor zu, scheiterten aber jedesmal an Fießinger, der 2014 den Sprung aus dem Füssener Nachwuchs bis zum Stammtorhüter des damaligen EVF-Oberligateams geschafft hatte. Dass Dani seitdem nichts verlernt hat mussten auch Tyler Wood, Florian Simon und Ron Newhook feststellen, während Sam Payeur bei einem Konter das leere Toreck vor sich hatte, die Scheibe aber nicht traf. So ging es mit einem 0:1 in die Kabine, denn Hagen Kaisler hatte nach einem Konter und einem Pfostentreffer aus dem Rückraum die Scheibe zur Garmischer Führung ins Netz befördert. Bei einem Alleingang von Eder und einem Schuss von Vollmer in Überzahl konnte auch EVF-Goalie Andi Jorde zwei starke Paraden zeigen.

Im Mitteldrittel scheiterte zunächst Vincent Wiedemann mit dem nächsten Alleingang, dann konnte Marc Besl die Scheibe nach einem Ausflug von Fießinger nicht im Tor unter bringen. Auf der anderen Seite hatten die Werdenfelser bei Füssener Powerplay gleich drei Unterzahlchancen. Insgesamt wurde das Spiel in diesem Abschnitt von beiden Mannschaften weiterhin sehr intensiv geführt, die Anzahl der Torchancen war aber deutlich geringer. Die größte hatte noch Payeur in Überzahl, als er den am langen Pfosten frei stehenden Florian Simon übersah und mit seinem eigenen Abschluss scheiterte. Zum Ende hin wurde dann der SCR aktiver und Andi Jorde bekam einiges zu tun.

Im letzten Abschnitt war den Teams das hohe Tempo der ersten 40 Minuten deutlich anzumerken, es ging nicht mehr ganz so schnell zur Sache. Marc Besl scheiterte mit dem fünften Alleingang des EVF an diesem Abend an der Latte, Ron Newhook konnte vor dem Tor einen Abpraller nicht unter bringen, und in Überzahl ging die abgefälschte Scheibe nach einem Schuss von Tyler Wood denkbar knapp am Torpfosten vorbei, als Fießinger bereits auf dem Weg ins andere Toreck war. Auf der anderen Seite verzogen Maurer und Eder bei zwei Kontern jeweils nur knapp. Dem EVF lief immer mehr die Zeit davon, doch eine Aktion hatte er noch. Nach einem gewonnenen Bandenzweikampf kam die Scheibe in die Mitte zu Sam Payeur, der fackelte nicht lange und setzte das Hartgummi ins lange Eck. Doch noch der Ausgleich knapp zwei Minuten vor Spielende, das ausverkaufte Stadion stand Kopf.

Mit diesem Resultat ging es dann auch in die Verlängerung, in welcher Andi Jorde gegen die überlegenen Gäste gleich vier Glanzparaden auspacken musste, um sein Team ins Penaltyschießen zu bringen. Hier konnte er auch die ersten drei Versuche des Gegners durch Eder, Vollmer und Maurer parieren, der vierte Versuch von Verteidiger Silvan Heiß saß dann aber. Es war die Entscheidung, da beim EVF Wood, Nadeau, Newhook und Rott teilweise sehr knapp scheiterten. Doch trotz der Niederlage war der heimische Anhang stolz auf die Leistung des Teams, welches einem starken Gegner getrotzt und mit etwas mehr Glück in einigen Szenen sowie mehr Durchschlagskraft bei Alleingängen auch als Sieger aus dem Kräftemessen der Altmeister hätte hervorgehen können.

Trainer George Kink (Riessersee): „Das war ein richtig gutes Spiel heute und hat allen sehr viel Spaß gemacht. Es war geprägt von zwei wahnsinnig starken Torhütern, denn Chancen gab es ohne Ende. Uns wurde hier alles abverlangt. Beim Zusatzpunkt, der an uns ging, ist es auch immer Glück. Mit dieser Leistung wird Füssen das am Sonntag für sich klar machen.“

Trainer Andreas Becherer (Füssen): „Ein geiles Spiel, auf das wir uns die ganze Woche schon gefreut haben. Das war eine tolle Leistung von allen, und wir haben einen Punkt gewonnen, nicht zwei verloren. Ich bin sehr zufrieden heute. Es wäre toll, wenn uns am Sonntag möglichst viele Anhänger nach Miesbach begleiten und uns unterstützen, denn die Jungs sind heiß und wollen jetzt auch noch den letzten Schritt machen.“

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