Geschichte
450 Jahre Herrschaft Schwangau: Ausstellung ab 6. Oktober im Schlossbrauhaus Schwangau

Lange Zeit haben die Menschen in Schwangau unter verschiedenen Herrschaften gelebt. Erst seit 450 Jahren ist der Ort, der als 'Castrum Swangowe' 1090 erstmals urkundlich erwähnt wurde, ein Teil des Landes Bayern.

Begründet wurde das Territorium an der Grenze der Herzogtümer Bayern und Schwaben ursprünglich von der Adelsfamilie der Schwangauer. Ihnen gelang es, über viele Generationen hinweg, trotz der immer wieder wechselnden Herrschafts- und Machteinflüsse, ihren Besitz und ihre Unabhängigkeit zu sichern.

Erst im 16. Jahrhundert verkauften sie die aus Eigengut und Reichslehen bestehende Herrschaft an die Augsburger Kaufmannsfamilie Paumgartner. Im Jahr 1567 erwarb schließlich der bayerische Herzog alle Rechts- und Pfandtitel. Viel interessanter jedoch ist die Geschichte, wie es überhaupt dazu gekommen war.

Noch lange Zeit davor legten die Welfen das Fundament ihrer Macht in der Region mit den Klöstern Steingaden und Rottenbuch. Die Doppelburg Vorder- und Hinterhohenschwangau, die damals auf dem Felsen des heutigen Schlosses Neuschwanstein stand, war Eigentum Welfs des Älteren. Es war auch die Zeit, in der 'Hiltibold von Swanegow' erstmals urkundlich erwähnt ist.

Sein Geschlecht diente den Welfen und anschließend deren Nachfolgern, den Staufern sowie in der Folgezeit auch den Fürstbischöfen von Augsburg. Die Schwangauer sicherten den Zugang von Füssen über Reutte bis zum Fernpass. Sie übten das Geleitrecht aus und besaßen den Wildbann. Belegt ist auch, dass der Schwangauer Dorfadel, der sich mehr und mehr entwickelte, wertvolle Ländereien und Güter in Südtirol besaß.

Erbstreitigkeiten

Langjährige Erbstreitigkeiten und Misswirtschaft führten allerdings bei den Schwangauer Herren letztendlich zu finanziellen Schwierigkeiten. Nach der Teilung der Herrschaft durch Ulrich von Schwangau auf seine vier Söhne mussten die beiden Brüder Heinrich und Georg von Schwangau 1535 den gesamten Besitz für 35.000 Gulden an den Kaiserlichen Rat und Patrizier Johann Paumgartner aus Augsburg verkaufen.

Mit dem Tod der beiden Brüder ein Jahr später starb auch das Geschlecht der Herren von Schwangau aus. Johann Paumgartner ließ die verwahrloste Burg Schwanstein, dort wo heute Schloss Hohenschwangau steht, wieder neu aufbauen, während Vorder- und Hinterhohenschwangau weiterhin verwahrlosten.

1561 verpfändete Paumgartners Sohn David Hohenschwangau an Markgraf Georg-Friedrich von Brandenburg-Ansbach-Kulmbach. Der Markgraf verkaufte die Herrschaft schließlich 1567 an Herzog Albrecht V. von Bayern, der auch die Ansprüche der Gläubiger Paumgartners an sich brachte und reichsrechtlich mit Hohenschwangau belehnt wurde.

Zwar wurde die Reichsherrschaft über das Nebenland des Herzog- und Kurfürstentums Bayern zeitweise wittelsbachischen Prinzen zur Nutznießung überlassen. Allerdings behielt sich der Münchner Hof stets die landesherrlichen Rechte, das Fischrecht im Alpsee und die Gemsenjagd vor.

Ausstellung

Der Trauchgauer Dorfmuseumsleiter Hubert Romeder hat dazu Interessantes zusammengetragen. Die Ausstellung '450 Jahre Herrschaft Hohenschwangau', die ab Oktober im Schlossbrauhaus Schwangau zu sehen ist, zeigt Einzelheiten, Aufzeichnungen und Unterlagen der umfangreichen und auch ungewöhnlichen Geschichte über die damals herrschenden Machtverhältnisse.

Zudem lässt sich, anhand von alten Karten und Niederschriften über Bodenfunde, die Entwicklung der Besiedlung in der Region bereits von der Steinzeit an sehr gut nachvollziehen. Ebenso zeigt die Ausstellung auch Kopien und Abzüge von Originaldokumenten aus den vergangenen Jahrhunderten.

Öffnungszeiten: täglich von 14 bis 20 Uhr, Eintritt frei. Weitere Infos gibt es unter www.schwangau.de.Foto: Tourist-Info Schwangau

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