Cybercrime
Friedrichshafen: Erpressungsversuche durch "Sextorsion"

Cybercrime: Hacker versuchten Betroffene mit angeblichen Sexvideos zu erpressen (Symbolbild).
  • Cybercrime: Hacker versuchten Betroffene mit angeblichen Sexvideos zu erpressen (Symbolbild).
  • Foto: Chris Marquardt
  • hochgeladen von Lisa Hauger

Unter dem Begriff "Sextorsion" ist ein Straftatenphänomen bekannt,
bei dem die Geschädigten wegen angeblich vorhandener
kompromittierender Sexvideos zu Geldzahlungen aufgefordert werden.
Entsprechende Mailmitteilungen haben mehrere Personen in den
vergangenen Tagen in Friedrichshafen erhalten. Dabei wurde den
Betroffenen mitgeteilt, dass deren Computer gehackt oder mit einem
Trojaner versehen wurde und man dadurch den Besuch von Pornoseiten
dokumentiert oder über die Computerkamera die Betroffenen bei
sexuellen Handlungen gefilmt habe. Um eine Verbreitung dieser
Aufzeichnungen zu verhindern, wurden die Mailadressaten zur
Bezahlung von 2.000 Euro oder 500 US-Dollar per Bitcoin aufgefordert.
Die Geschädigten erkannten jedoch alle den strafbaren Hintergrund der
E-Mails und meldeten sich bei der Polizei.

Beim Phänomen "Sextorsion" gibt es mehrere Varianten. Neben des
zuvor geschilderten Sachverhalts, bei dem tatsächlich keine
entsprechenden Videos etc. vorhanden sind, gibt es auch Fälle, bei
denen die Täter über ein soziales Netzwerk wie Twitter, Snapchat,
Instagram oder Facebook Kontakt zu den Betroffenen aufnehmen. Bei der
Kommunikation wird versucht, das potenzielle Opfer zu überreden, sich
im Rahmen eines Flirts vor der Webcam auszuziehen und sexuelle
Handlungen an sich vorzunehmen. Mit den so aufgezeichneten Videos und
Bildern werden die Betroffenen anschließend zur Bezahlung eines
Geldbetrags aufgefordert, verbunden mit der Drohung, ansonsten die
kompromittierenden Aufzeichnungen zu veröffentlichen.

Die Polizei rät:

  • Nehmen Sie keine Freundschaftsanfragen von fremden Personen an.
  • Prüfen Sie regelmäßig Ihre Account- und Privatsphäreeinstellungen.
  • Seien Sie zurückhaltend mit der Veröffentlichung persönlicher Daten wie Anschrift, Geburtsdatum oder Arbeitgeber.
  • Stimmen Sie nicht vorschnell einem Videochat zu.
  • Im Zweifel: kleben Sie die Chatkamera zunächst ab, um lediglich verbal zu kommunizieren und das Geschehen zu beobachten.
  • Stimmen Sie keinen Entblößungen oder intimen Handlungen in Videochats zu, wenn Sie die Person erst seit kurzem kennen.
  • Halten Sie Betriebs- sowie Virenschutzsysteme auf Ihren online-genutzten Endgeräten wie Smartphone, Laptop, Tablet oder Computer immer auf dem aktuellen Stand, um sich vor Schadsoftware, sogenannter Malware, zu schützen. Es gibt Malware, die Ihre Webcam problemlos aktiviert und Sie damit jederzeit filmen kann.

Falls Sie bereits erpresst werden:

  • Überweisen Sie kein Geld. Die Erpressung hört nach der Zahlung meist nicht auf.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Kontaktieren Sie den Betreiber der Seite und veranlassen Sie, dass das Bildmaterial gelöscht wird. Nicht angemessene Inhalte kann man dem Seitenbetreiber über eigens hierfür eingerichtete Buttons melden.
  • Brechen Sie den Kontakt zu der anonymen Person sofort ab, reagieren Sie nicht auf Nachrichten.
  • Sichern Sie die Chatverläufe und Nachrichten mittels Screenshot.

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