Golf
Petrus beschert dem Allgäuer Golf & Landclub ein Rekordjahr

Der Golfbranche sagt man seit einigen Jahren gerne nach, sie stecke tief in der Krise. Schwierige Sponsorensuche, kaum Nachwuchs, Mitgliederschwund, fehlende Einnahmen und Klubs, die immer weiter ins Minus rutschen. Zum ersten Mal verzeichnete selbst der Deutsche Golf-Verband (DGV) im vergangenen Jahr einen Rückgang bei der Aktivenzahl. Bei der Mitgliederversammlung des Allgäuer Golf- und Landclubs war von alledem nichts zu merken. Das Jahr 2018, auf das im Saal des Hotel Hirsch zufrieden zurückgeblickt wurde, bezeichnete AGLC-Präsident Horst Klüpfel gut gelaunt als „Rekordjahr“. Er sagte: „Es war ein sehr erfolgreiches und arbeitsreiches Jahr. Wenn ich über alles berichten würde, was sich 2018 bei uns getan hat, dann wäre es ein abendfüllendes Programm.“

Nur knapp 25 Prozent aller gut 700 Golfanlagen in Deutschland arbeiten kostendeckend. Der Golfclub Ottobeuren mit seinen aktuell 675 Mitgliedern gehört zu diesem kleinen Kreis. Freilich hat da in der vergangenen Saison auch das fast durchgehend sommerliche Wetter einen großen Teil dazu beigetragen. Denn vor allem die Einnahmen aus Greenfee und Turnier-Startgeldern waren 2018 deutlich über dem Durchschnitt. Erlöse und Aufwendungen waren erstmals jenseits der Millionen-Marke, letztlich ging der Klub mit einem Plus in den Winter – trotz etlicher Investitionen. Klüpfel listete sie alle fein säuberlich auf. Unter anderem wurde eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Maschinenhalle für rund 60.000 Euro errichtet, der Neubau einer zweiten Caddyhalle steht mit 110.000 Euro zu Buche und die Bunker auf dem 18-Loch-Meisterschaftsplatz wurden für 20.000 Euro saniert. Außerdem wurden knapp 13,5 Hektar Fairway, also Spielfläche, nachgesät, 30 Bänke und drei neue Wetterschutzhütten auf der gesamten Anlage aufgestellt und so manches neue Gerät für die Greenkeeper angeschafft. „Und das alles seit Jahren ohne Beitragserhöhungen“, sagte der Präsident stolz. Auch der Etat für das neue Jahr beträgt über eine Million Euro. „Wir sind mittlerweile schon ein kleines, mittelständisches Unternehmen“, meinte Schatzmeisterin Sigrid Leidescher-Paule, die detailliert über alle Einnahmen und Ausgaben berichtete.

Auch sportlich ist der AGLC auf einem guten Weg, meinte Sportwart Dieter Schuhmacher in seinem Bericht. Die ersten Männer- und Frauenmannschaften spielen jeweils in der regionalen Gruppe der Bezirksliga, das Ottobeurer Team gewann vergangene Saison erneut den prestigeträchtigen Allgäuer Damen-Pokal. Aushängeschild sind nach wie vor die Senioren AK50. Sie sind ranghöchstes Team und vertreten den Klub bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft. Dass es auch bei der Jugend aufwärts geht, unterstrich Jugendwart Andreas Ziegner. Rund 50 Kinder und Jugendliche werden beim Allgäuer Golf- und Landclub gefordert und gefördert. Im Jugendteam-Cup gelang dem Ottobeurer Nachwuchs der Klassenerhalt in der Bayernliga I inmitten der arrivierten Klubs im Freistaat. 2019, erklärte Ziegner, lege man großen Wert auf ein neues Trainingskonzept. Dadurch soll der Leistungsstand weiter verbessert werden. Weil einige der derzeit so erfolgreichen Mädchen und Buben demnächst in den Erwachsenenbereich aufrücken, dreht sich Ziegners Arbeit künftig auch vemehrt darum, Neueinsteiger zu gewinnen – schon ab dem Bambinialter.

Am Ende der Versammlung blickte Präsident Klüpfel voraus. Mit ambitionierten Plänen. Denn sein größtes Anliegen ist nach wie vor ein Weiterkommen beim Umweltprogramm GOLF&NATUR des Deutschen Golfverbands (DGV). Als erster Golfclub im Allgäu wollen die Ottobeurer sich in diesem Jahr erfolgreich den Herausforderungen für das Gold-Zertifikat stellen. Dazu soll vermehrt in neue Maschinen für die Arbeit auf dem Platz investiert werden. Klüpfel: „Er ist unser größtes Kapital und soll weiterhin bestens gepflegt werden.“

Autor:

Stephan Schöttl aus Kempten

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