Scheinidentitäten und Datenklau
Über 1.400 Verdachtsfälle in Bayern: Betrüger erschleichen sich Corona-Hilfen

Betrüger versuchen immer wieder, sich Corona-Hilfen zu erschleichen. Die Polizei ermittelt. (Symbolbild)
  • Betrüger versuchen immer wieder, sich Corona-Hilfen zu erschleichen. Die Polizei ermittelt. (Symbolbild)
  • Foto: Lisa Hauger
  • hochgeladen von Holger Mock

Eigentlich sollen die Corona-Hilfsprogramme Unternehmern und Künstlern dabei helfen, die Pandemie zu überstehen. Immer wieder nutzen Betrüger die Angebote aber aus, um sich selbst zu bereichern. Dem Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) sind bisher 1.400 solcher Fälle bekannt - darunter 1.120 Verdachtsfälle von Subventionsbetrug bei Corona-Soforthilfe und Überbrückungshilfe sowie mehr als 300 Fälle von sonstigem Betrug, zum Beispiel bei der Künstlerhilfe.

Wie hoch der Schaden ist, der bislang entstanden ist, kann das BLKA noch nicht abschätzen. Die Höhe der in Bayern beantragten Summen bei den gemeldeten Verdachtsfällen liegt bei mindestens fünf Millionen Euro. Weil die Ermittlungen noch andauern, kann sich die Schadenssumme noch verändern.

So wird der Betrug bei Corona-Hilfen aufgedeckt

Die jeweiligen Bewilligungsstellen der Regierungen und der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern melden die Verdachtsfälle dem BLKA. Die Ermittler erhalten dann alle notwendigen Unterlagen und bereiten diese auf. Danach werden die Vorgänge an die örtlich zuständigen Dienststellen der Polizei zur weiteren Bearbeitung verteilt. Das BLKA unterstützt dabei die Dienststellen und steht als Ansprechpartner zur Verfügung.

Täter erfinden Unternehmen oder missbrauchen Daten von Unternehmen

Laut dem BLKA erfinden einige Täter Unternehmen, in dessen Namen sie die Hilfe beantragen. Es kommt aber auch vor, dass die Täter die Daten von real existierenden Unternehmen missbrauchen. In einem besonders schwerwiegenden Fall, den das BLKA bearbeitet, hat ein Täter versucht, mithilfe von Scheinidentitäten in mindestens 91 Fällen in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Saarland, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Berlin Corona-Soforthilfe in Höhe von 2,5 Millionen Euro zu erlangen, obwohl er dazu nicht berechtigt war. Inzwischen ist es der Polizei gelungen, den Täter festzunehmen.

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