Zusammenarbeit mit Neu-Ulmer Polizei
"Cybertrading": Polizei nimmt 18 Männer im Kosovo wegen Online-Betrug fest

Anleger aus ganz Europa um Millionenbeträge betrogen
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  • Foto: Bild von Robinraj Premchand auf Pixabay
  • hochgeladen von Fabian Mayr

Am vergangenen Mittwoch hat die Polizei im Kosovo 18 Männer im Alter zischen 22 und 45 Jahren festgenommen. Durch betrügerische Online-Anlage-Plattformen haben die Täter einen Schaden in Millionenhöhe verursacht.



Enge Zusammenarbeit mit Polizei Neu-Ulm

Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hatte nach Zusammenarbeit mit der Kripo Neu-Ulm im Vorfeld bereits für drei Personen einen Haftbefehl erwirkt. Der Vorwurf lautet gewerbsmäßiger- und bandenmäßiger Betrug.

Mindestens sechs Personen sollen auf Wunsch der Zentralstelle Cybercrime Bayern nach Deutschland ausgeliefert werden. Bei den festgenommen Personen handelt es sich um Mitarbeiter und Führungskräfte eines Call-Centers. Die Männer stammen aus dem Kosovo, Albanien und Deutschland. Die Gruppierung war besonders im deutschsprachigen Raum mit dem "Cybertrading" sehr „erfolgreich“ und ist dort für Schäden im Millionenbereich verantwortlich.



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270 Beamte im Einsatz - Hohe Geldbeträge sichergestellt

Bei der Durchsuchung von insgesamt 17 Gebäuden, darunter sieben Call-Centern, haben die Beamten viel Beweismaterial sichergestellt. 

Bei den Durchsuchungen haben die Beamten unter anderem sieben Fahrzeuge und rund 160.000 Euro in Bar sichergestellt. Konten mit Guthaben in Höhe von rund 700.000 Euro haben die Einsatzkräfte ebenfalls beschlagnahmt. Vor Ort waren 240 kosovarische Polizisten beteiligt. Zeitgleich haben in Berlin zwei weitere Durchsuchungen bei einem mutmaßlichen Mitglied der Bande stattgefunden.

Betroffene Plattformen

Die Täter sollen seit 2017 die Plattformen FXCMarkets, FXOptexGroup, Swissinv24, CFXPoint, IForex24, CodexFX, HBCMarket, CapitalGFX, Investment Department, Tradingmarkets24 und Brokermasters betrieben haben.

Tatmuster des „Cybertradings“

Der Tatablauf des "Cybertradings" ist in seiner Grundstruktur oft ähnlich. Die Täter spielen den möglichen Kunden vor, digitale Plattformen für den Handel mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten zur Verfügung zu stellen. Eine Investition findet in Wahrheit aber nicht statt. Die eingezahlten Gelder werden zu keinem Zeitpunkt angelegt. Die sichtbare Handelsplattform ist wie das angebliche Kundenkonto eine reine Täuschung. In den meisten Fällen kommt es nach einzelnen missglückten angeblichen Trades zum Verlust des eingesetzten Geldes. 

Viele Anleger aus Deutschland

Allein in Deutschland sind wohl mehrere tausend Anleger vom „Cybertrading“ betroffen. In einigen anderen europäischen Ländern finden sich unzählige weitere Geschädigte. Die tatsächliche Anzahl der Betroffenen ist vermutlich noch deutlich höher, da viele Anleger ohnehin mit Verlusten rechnen und ihnen das Risiko einer Investition bekannt ist.

Internationale Zusammenarbeit sehr wichtig

Der Erfolg der Aktion in der Republik Kosovo war nur durch die intensive Zusammenarbeit der kosovarischen und der deutschen Polizei möglich. Die guten Beziehungen der Zentralstelle Cybercrime Bayern und deren Dienststellen zu ihren europäischen Kollegen haben sich einmal mehr bewährt.
 

Zentralstelle Cybercrime Bayern

Die Staatsanwälte der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) beschäftigt sich schon länger mit der Bekämpfung des betrügerischen "Cybertradings". Erst Mitte März veranlasste die ZCB in einem anderen Verfahren Festnahmen und Durchsuchungen in Sofia. Die Vorfälle stehen jedoch in keinem direkten Zusammenhang. Sie verdeutlichen aber, dass dieses illegale Geschäftsmodell bei unterschiedlichen Gruppierungen der internationalen organisierten Kriminalität immer beliebter wird.

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