Alarm-Ruf aus Bayreuth!
Besorgniserregend: Immer mehr skrupellose Übergriffe auf Polizeikräfte

Polizei (Symbolbild)

Angriffe auf Polizeikräfte: Mittlerweile keine Seltenheit mehr. Die Bayreuther Polizei hat jetzt in einer Pressemitteilung auf zwei aktuelle Fälle vom Mittwoch hingewiesen, die sie für besonders erschreckend hält. Mit am Schlimmsten: Die Polizei musste sich anhören, dass jemand den Tod der beiden Polizeikräfte in Rheinland-Pfalz begrüßt!

Erster Fall:  Ein Wildpinkler eskaliert

Ein Streifenteam der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt war nachmittags dabei, einen Verkehrsunfall aufzunehmen. Ein Zeuge machte die Beamten darauf aufmerksam, dass ein Mann an ein geparktes Fahrzeug urinierte. Der Polizist und die Polizistin näherten sich dem 52-Jährigen und verlangten seinen Personalausweis. "Der Deutschpole reagierte sofort abweisend", heißt es im Polizeibericht.

Polizisten den Tod gewünscht!

Er sagte unter anderem, dass er den Tod der beiden rheinland-pfälzischen Polizisten begrüße und dass er auch den Bayreuther Kolleginnen und Kollegen den Tod wünsche. Der Mann beendete seinen Redeschwall mit dem Wort "Bullenschweine". Dann "schubste der große und schwere Mann mit voller Kraft den Streifenbeamten an ein geparktes Fahrzeug und trat auf den zu Boden Stürzenden sowie auf die Kollegin, die ihn zu packen versuchte, ein", so die Polizei. Erschreckend: Umherstehende Personen solidarisierten sich dann noch mit dem Angreifer.

Es brauchte weitere Polizeikräfte, um den Mann schließlich zu bändigen und am Boden zu fixieren. Einsatzkräfte brachten ihn zur Polizeiwache. Das Ergebnis der Blutentnahme zu Drogen oder Alkohol steht noch aus. Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen des tätlichen Angriffs auf Vollzugsbeamte, Widerstand, Körperverletzung sowie Beleidigung. Die beiden Polizisten wurden bei dem Übergriff leicht verletzt.

Zweiter Fall - Minderjährige landet in Polizeigewahrsam

Nur wenige Stunden später ereignete sich ganz in der Nähe etwas Ähnliches. Eine Polizei-Streife sollte zunächst eine Lärmbelästigung unterbinden. Im Einsatzverlauf mussten die Beamten eine 15-jährige Jugendliche in Gewahrsam nehmen und zur Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt bringen. Am Streifenwagen forderte sie Hilfe von ihrem Freund. Ohne mit der Wimper zu zucken, stürmte der 16-Jährige auf die beiden Polizisten zu und schlug einem mit der Faust eine blutige Lippe. Auch ihn konnten die Beamten nur unter Anwendung unmittelbaren Zwangs fixieren und beruhigen. Er landete ebenfalls auf der Wache.

Body-Cam lief mit

Neben dem tätlichen Angriff auf die Polizisten erwartet ihn eine Anzeige wegen versuchter Gefangenenbefreiung. Für die Strafverfolgung sicher von Bedeutung: Aufgrund der von Beginn an aufgeheizten Stimmung vor Ort, setzten die Beamten auf den Einsatz der Body-Cam und ließen diese bis zuletzt mitlaufen.

Gewalt gegen Polizeibeamte nimmt zu!

"Die Angriffe auf Polizisten nehmen über die Jahre stetig zu", so die Bayreuther Polizei in ihrer Mitteilung. Daneben nimmt auch die Schwere der Gewaltausübung und die aufwachsende Respektlosigkeit zu. Die erschreckende Tat in Rheinland-Pfalz unterstreiche diese Erkenntnis in besonderem Maße.

Dienststellenleiter: "Mit aller Entschlossenheit dagegen vorgehen"

Der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt, Benjamin Böhm, findet klare Worte zu den Angriffen vom Mittwoch: "An all diejenigen, die glauben, derart respekt- und pietätlos oder gar mit körperlicher Gewalt gegen die Polizei vorgehen zu können, hier die klare und unmissverständliche Botschaft: Wir werden unser Einschreitverhalten gegenüber solchen Personen verschärfen und mit aller Entschlossenheit und unter Ausschöpfung aller rechtlichen Mittel gegen diese vorgehen", so Böhm. Er sei trotz der Ereignisse der festen Überzeugung, dass "die deutlich überwiegende Mehrheit der Gesellschaft hinter uns steht. Das zeigt mir auch die Vielzahl an Beileids- und Mitgefühlsbekundungen, die uns nach den schrecklichen Ereignissen in Kusel erreicht haben."

Staatsanwalt: "Vorfälle konsequent verfolgen"

"Die Staatsanwaltschaft Bayreuth missbilligt ebenfalls jede Form von Gewalt und Fehlverhalten gegenüber Polizeibeamten und Einsatzkräften. Sie wird solche Vorfälle priorisiert und konsequent verfolgen, um zeitnah gerichtliche Entscheidungen über die Täter herbeizuführen", so Staatsanwalt Eik Launert.

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