Polizeipräsidium Schwaben Süd/West
72.000 Euro Bußgeld: Die Kontrollgruppe "Posing- und Tuningszene" zieht Bilanz

Mitte Juni gründete die Polizei die Kontrollgruppe "Posing- und Tuningszene". (Symbolbild)
  • Mitte Juni gründete die Polizei die Kontrollgruppe "Posing- und Tuningszene". (Symbolbild)
  • Foto: DariuszSankowski von Pixabay
  • hochgeladen von Svenja Moller

Übermäßige Lärmbelästigung, gefährliche Fahrmanöver, illegale Autorennen und teils verkehrsgefährdende Umbauten von Fahrzeugen: Das waren die Gründe für die Einführung der Kontrollgruppe "Posing- und Tuningszene" Mitte Juni. Jetzt hat die Polizei Bilanz gezogen.

Die Kontrollgruppe hatte sich aus speziell geschulten Beamten der verschiedenen Polizeiinspektionen. In Schwerpunktkontrollen, die überwiegend an Wochenenden stattfanden, sollten große Ansammlungen von Tunern und Posern von vornherein unterbunden, Verhaltensverstöße unverzüglich geahndet und bei getunten Fahrzeugen eine ganzheitliche Kontrolle durchgeführt werden.

Mehrere hundert Fahrzeuge kontrolliert

Bis in den Oktober hinein kontrollierte die Polizei mehrere hundert Fahrzeuge. In 94 Fällen war die Betriebserlaubnis erloschen. Die Bandbreite der kontrollierten Fahrzeuge reichte dabei von der dreirädrigen "Ape" bis hin zur unzulässig getunten Sattelzugmaschine. Die Beamten stellten 46 Fahrzeuge sicher. Das passiert nur, wenn gravierende Sicherheitsverstöße oder erhebliche Abweichungen beispielsweise von den zugelassenen Lärmemissionen vorliegen.

Die Beamten stellten bei den Verstößen häufig fest, dass sowohl die Fahrzeuge als auch das Tuning von den Fahrzeugbesitzern kreditfinanziert waren. Oftmals steckten erhebliche finanzielle Beträge in den Fahrzeugen und den Veränderungen.

Diese Tuning-Veränderungen gibt es

Die Polizei teilt die Tuning-Veränderungen in zwei große Gruppen ein. Einerseits gab es die klassischen "handwerklichen" Maßnahmen, wie geänderte Auspuffanlagen oder Fahrwerke und zur Serienausstattung nachträglich ergänzte Teile wie Spurplatten, Rad-Reifenkombinationen oder Spoiler. Andererseits trafen die Polizisten auf tiefgehende Eingriffe in die Elektronik des Fahrzeugs. Dabei nahmen die Besitzer teils unzulässige Veränderungen am Steuergerät vor, die beispielsweise das Fahrverhalten oder die Lärmemissionen abwandelten. Darunter fallen Änderungen der Ladedruckregelung, der Schubabschaltung oder Flammenschlag aus dem Auspuff. Eine Diagnose dieser Abweichungen der Software lässt sich nur über eine genaue elektronische Fahrzeuganalyse erstellen und so schlussendlich nachweisen.

Betroffene müssen 72.000 Euro bezahlen

Insgesamt verhängte die Polizei in den knapp fünf Monaten seit der Gründung Bußgelder in Höhe von 21.065 Euro. Die tatsächliche Höhe der Bußgeldbescheide weicht davon aber erheblich nach oben ab: Die Betroffenen müssen rund 72.000 Euro bezahlen. Die Abweichung ergibt sich aus den Auslagen der Polizei, beispielsweise für Fahrzeugabschleppungen und angeordnete Gutachten bei Prüforganisationen.

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