130 Fälle mehr als im Vorjahr
2020 wieder Höchstwert: Angriffe auf Polizisten nehmen zu

241 Polizisten wurden 2020 bei Angriffen verletzt. (Symbolbild)
  • 241 Polizisten wurden 2020 bei Angriffen verletzt. (Symbolbild)
  • Foto: cocoparisienne auf Pixabay
  • hochgeladen von Holger Mock

Auch im vergangenen Jahr hat die Zahl der verbalen und körperlichen Angriffe auf Polizisten wieder zugenommen. Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West gab es 2020 731 Fälle von verbaler und körperlicher Gewalt gegen Polizeibeamte. Das sind 130 Fälle mehr als im Jahr davor. Es waren 1.990 Beamte betroffen, 241 davon wurden verletzt. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2010 sind das laut Polizei erneut Höchstwerte.

65 Prozent der Fälle ereigneten sich bei Fest- bzw. Gewahrsamnahmen und bei der Identitätsfeststellung. In knapp acht Prozent der Fälle ging der Tat keine polizeiliche Maßnahme voraus. In den meisten Fällen sind die Tatverdächtigen alkoholisiert oder stehen unter dem Einfluss von Drogen.

Übergriffe auf Polizisten meist in der Nacht und am Wochenende

Die Übergriffe finden überwiegend in den Nachtstunden und/oder am Wochenende statt. Die häufigsten Tatorte sind öffentliche Straßen,Wege und Plätze (41 Prozent), der Privatbereich (23 Prozent) und Polizeidienststellen (15 Prozent). In einer Vielzahl der Fälle waren die Beamten Beleidigungen (293 Fälle), Tätlichen Angriffen (187 Fälle) und Widerständen (140 Fälle) ausgesetzt.

Mit 95 Dienstunfähigkeitstagen ist ein deutlicher Rückgang von 251 Tagen im Vergleich zu 2019 (346 Dienstausfalltage) zu verzeichnen gewesen. Dieser Rückgang ist jedoch darin begründet, dass im Jahr 2019 drei Polizeibeamte schwerverletzt wurden und deren Abwesenheit 233 Dienstausfalltage zur Folge hatte.

Übergriffe bei Einsätzen wegen der Überwachung der Infektionsschutzmaßnahmen waren die Ausnahme. Die pandemiebedingten Einschränkungen brachten das Nachtleben zwar nahezu zum Erliegen und schränkten Zusammenkünfte von Personen ein, teilweise konnte aber nur regional ein Rückgang der Fallzahlen festgestellt werden.

"Alle Taten konsequent aufklären"

Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner: "Glücklicherweise wurde im letzten Jahr keine Kollegin und kein Kollege schwer verletzt. Dennoch macht mich die seit Jahren ansteigende Gewaltbereitschaft gegenüber Polizisten sehr betroffen. Wir tolerieren solche Übergriffe keinesfalls und werden alle Taten konsequent aufklären und die Vorgänge zeitnah der Justiz vorlegen."

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