Energiewende
Unternehmen aus Schwaben investieren trotz Corona in den Klimaschutz

Fast die Hälfte des Stromverbrauchs in Bayerisch-Schwaben wird durch Erneuerbare Energien gedeckt
  • Fast die Hälfte des Stromverbrauchs in Bayerisch-Schwaben wird durch Erneuerbare Energien gedeckt
  • Foto: analogicus von Pixabay
  • hochgeladen von Svenja Moller

Trotz Corona-Krise halten die Unternehmen weiter an ihren Plänen fest, in Energiewende und Klimaschutz zu investieren. Das zeigt das "Energiewende-Barometer" der IHK-Organisation deutlich. An der bundesweiten Umfrage haben sich auch Mitgliedsunternehmen der IHK Schwaben beteiligt. Obwohl die Folgen der Corona-Maßnahmen viele Unternehmen schwer getroffen haben, sehen 56 Prozent der Befragten aus Produktion, Handel und Dienstleistungen keine Beeinträchtigung für ihre Klimaschutzvorhaben. Für sieben Prozent ist die Krise sogar Anlass, zusätzliche Maßnahmen anzugehen oder geplante Projekte vorziehen. "Das unterstreicht die Relevanz des Klimaschutzes für die Unternehmen“, sagt Nina Reitsam, Geschäftsfeldleiterin Industrie & Innovation bei der IHK Schwaben.

Fast die Hälfte des Stromverbrauchs in Bayerisch-Schwaben wird bereits heute durch Erneuerbare Energien gedeckt. Zum Vergleich: Deutschlandweit lag der Anteil regenerativer Energien am Gesamtstromverbrauch im Jahr 2019 bei 42 Prozent. "Auch viele Unternehmen aus der Region tragen mit ihren Anlagen zur Eigenstromerzeugung bei", so Reitsam. Tatsächlich hat jedes vierte Unternehmen laut "Energiewende-Barometer" den Aufbau eigener erneuerbarer Energieversorgungskapazitäten bereits realisiert. Ebenso viele haben entsprechende Pläne oder sind gerade dabei, diese umzusetzen. Bayerisch-Schwaben ist auf dieses Engagement besonders angewiesen: Einer Studie der IHK Schwaben zufolge wird die Region nach dem Abschalten des Atomkraftwerks Gundremmingen Ende 2021 zum Nettostromimporteur, sollte es keinen signifikanten Zubau von neuen Anlagen geben.

Unternehmen rüsten beim Thema Elektromobilität auf

Laut "Energiewende-Barometer" liegt das Hauptaugenmerk der Unternehmen darüber hinaus auf Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Betrieb. "CO2-Vermeidung wird zunehmend zu einer Leitgröße unternehmerischen Handelns", sagt Reitsam. Auch das Thema Elektromobilität spielt eine zunehmende Rolle. Erstmals hat mehr als die Hälfte der Unternehmen (60 Prozent) Erfahrungen mit Elektrofahrzeugen. Ein Viertel hat bereits E-Autos in der Flotte, 36 Prozent befinden sich in der Planung. Fast immer folgt darauf auch der Aufbau einer eigenen Ladeinfrastruktur.

Ab 1. Januar 2021 kommt die CO2-Bepreisung

Ab 1. Januar trifft Unternehmer und Verbraucher die CO2-Bepreisung. Über einen nationalen CO2-Emissionshandel soll der Ausstoß von Treibhausgasen im Wärme- und Verkehrssektor reduziert werden. Die Kosten für wichtige Energieträger wie Heizöl, Erdgas oder Benzin werden dadurch steigen. Rund die Hälfte der befragten Unternehmen hält die Bepreisung trotzdem für ein geeignetes Instrument – das sind deutlich mehr als der Teil der Betriebe, die der Bepreisung skeptisch gegenüberstehen (27 Prozent). "Als Standort mit energieintensiven Produktionsbetrieben und mit hohem Exportanteil ist die bayerisch-schwäbische Wirtschaft von dieser Mehrbelastung bei den im internationalen Vergleich ohnehin hohen Energiekosten besonders betroffen", erklärt Reitsam.

Für Unternehmen sind hohen Energiepreise großes Risiko

Über alle Branchen hinweg betrachtet sieht die Mehrheit der Unternehmen die Energiewende trotz allem aber weiter eher als Herausforderung, weniger als Chance. Die besondere Relevanz des Themas für die bayerisch-schwäbische Wirtschaft zeigt sich in einer eigenen Umfrage der IHK Schwaben: Jedes vierte Unternehmen der Region sieht demnach die Energie- und Rohstoffpreise als größtes Risiko für die künftige wirtschaftliche Entwicklung. "Wir zahlen schon heute die höchsten Strompreise innerhalb der EU. Auch wenn der weitere Anstieg der EEG-Umlage befristet ausgesetzt wurde, fehlt den Unternehmen langfristige Planungssicherheit", sagt IHK-Expertin Reitsam. "Gefragt ist daher ein grundsätzliches Umdenken und dauerhaft wirkende Maßnahmen. Zudem braucht es einen Abbau der Bürokratie, damit die Unternehmen nicht ausgebremst werden, die eigene Anlagen aufbauen möchten."

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