Hoffen auf Öffnungen
Tourismus im Lockdown: So geht es den "Allgäu Top Hotels" in der Corona-Krise

Seit Monaten haben Hotels im Allgäu wegen der Corona-Pandemie geschlossen. (Symbolbild)
  • Seit Monaten haben Hotels im Allgäu wegen der Corona-Pandemie geschlossen. (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Seit Monaten haben Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze und die Gastronomie im Allgäu wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Die Corona-Krise: Sie trifft den Tourismus im Allgäu knallhart. Jetzt keimt Hoffnung auf: Die Allgäuer Tourismus-Betriebe hoffen, spätestens an Ostern wieder öffnen zu dürfen. Die Politik will allerdings erst auf der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz am 22. März entscheiden, ob und wie es Öffnungen in der Hotellerie geben wird. 

Gäste sind "super zurückhaltend" 

Dass die Politik erst so kurz vor Ostern über Öffnungen entscheidet, sieht Sybille Wiedenmann, Geschäftsführerin der Hotelorganisation "Allgäu Top Hotels", kritisch. Vor allem für die großen Hotels sei eine Wiedereröffnung ein Riesenprojekt. Weil auch niemand weiß, wie es weitergehen wird, seien die Gäste bei Buchungsanfragen zu Ostern "super zurückhaltend." 

Etwas besser sieht es mit den Buchungen zu Pfingsten aus. Zu 50 bis 60 Prozent seien die Hotels bereits ausgelastet. Wiedenmann denkt, dass die Auslastung noch steigen wird, wenn klar ist, wann die Hotels öffnen dürfen. Anders als bei den Hotels und Ferienwohnungen sind die Buchungen auf Campingplätzen und bei "Urlaub auf dem Bauernhof" momentan gut, sagt Simone Zehnpfennig, Pressesprecherin der Allgäu GmbH. 

Wiedenmann: "Hilfsgelder kommen ziemlich spät"

Wegen der Zwangsschließung bekommen die Hotels staatliche Hilfen. Viele der Gelder seien bis jetzt noch nicht ausbezahlt worden, weiß Wiedenmann. Zudem sei der Ablauf bei den Anträgen "sehr mühsam". Große Betriebe hätten erst jetzt ihre Antragsformulare abschicken können. Für die Betriebe, die bereits die volle Summe der Hilfszahlungen erhalten haben, sei die Höhe der staatlichen Zuschüsse allerdings "in Ordnung". 

Rund 20 Prozent bekommen weniger oder gar keine Hilfen 

Die Höhe der Hilfsgelder orientiert sich an den Umsätzen, die die Hotels im Vorjahresmonat erzielt haben. Das ist allerdings ein Problem. Laut Wiedenmann bekommen bei den "Allgäuer Top Hotels" rund 20 Prozent der Häuser gar keine oder weniger staatliche Hilfe. Der Grund: Die Hotels hatten im vergangenen Jahr teilweise oder ganz geschlossen, weil sie beispielsweise renoviert haben. Daher fehlen ihnen jetzt die Vergleichsumsätze. Zwar habe die Politik versprochen, hier entgegenzuwirken, so Wiedenmann. Doch noch sei völlig unklar, ob und wie viele Hilfsgelder die betroffenen Hotels bekommen. 

Während des Lockdowns seien die Hotels aber nicht untätig gewesen, so Wiedenmann. Stattdessen hätten viele renoviert, Prozesse optimiert und auch Maßnahmen zur Klimaneutralität umgesetzt. 

"Sehr, sehr schade, dass die Politik uns kein Vertrauen schenkt"

Wiedenmann hofft natürlich, dass die Hotels so schnell wie möglich wieder öffnen dürfen. Dabei könnte ihrer Meinung nach auch die Nordische Ski-WM in Oberstdorf eine Rolle spielen. Dort hätten Hotels bewiesen, dass ein sicherer Betrieb trotz Corona möglich ist. Dieser Meinung ist im Übrigen auch die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller, die kürzlich gefordert hat, die Erfahrungen aus der WM "für die weiteren, zwingend notwendigen, Öffnungsschritte gerade im Tourismus" zu nutzen. Wiedenmann verweist außerdem auf eine Studie des RKI, die zeigt, dass die Hotels keine Treiber der Pandemie waren. "Ich finde es sehr, sehr schade, dass die Politik uns kein Vertrauen schenkt", sagt Wiedenmann.

Kann Aiwanger sein Versprechen halten?

Der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) forderte bei seiner Rede während des Politischen Aschermittwochs vor etwa einem Monat, dass die Politik dem Tourismus bis "allerspätestens zu Ostern" eine Chance geben muss. Ob er sein Versprechen halten kann, bleibt abzuwarten.

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