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So wenige Berg-Unfälle wie seit 20 Jahren nicht - aber mehr Todesopfer

Bezogen auf die Mitgliederanzahl sind die Bergunfälle zurückgegangen. (Symbolbild)
  • Bezogen auf die Mitgliederanzahl sind die Bergunfälle zurückgegangen. (Symbolbild)
  • Foto: DAV/Wolfgang Ehn
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Weniger Unfälle, aber mehr Tote. Das sind die Schlüsselaussagen der Bergunfallstatistik des DAVs für das Berichtsjahr 2019. Stefan Winter, Ressortleiter für Sportentwicklung im DAV, stellte den Bericht in einer Pressekonferenz vor. 

Deutlich mehr Tote

Insgesamt 877 Unfälle und Notlagen verzeichnete der DAV im Bergsport 2019. Das sind 102 weniger als noch im Vorjahr und der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Zuletzt habe man bezogen auf die Mitgliederzahl im Jahr 2000 einen ähnlich niedrigen Wert erreicht, meint Winter. Momentan hat der DAV etwa 1,3 Millionen Mitglieder. Einen deutlichen Anstieg gibt es hingegen bei den Todesopfern: 54 DAV-Mitglieder starben 2019 in den Bergen, 23 mehr als noch im Jahr davor. 

Die "große Steigerung" bei der Anzahl der Toten ist für den DAV überraschend. Trotzdem liege die Quote der tödlich Verunglückten weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Nur 0,004 Prozent der DAV-Mitglieder seien tödlich verunglückt, so Winter. Dieser Prozentsatz steche im Vergleich zu den letzen zwei Jahrzehnten nicht heraus. Stürze und Kreislaufversagen waren die Hauptursachen für tödliche Unfälle in den Bergen. Insgesamt starben deutlich mehr Männer als Frauen am Berg. 

Meiste Unfälle in Österreich 

In Österreich erlitten die DAV-Mitglieder die meisten Unfälle - fast 60 Prozent. Als "Bergsportland" sei Österreich unter den DAV-Mitgliedern am beliebtesten, erklärt Winter. "Das heißt nicht, dass es in Österreich unsicherer wäre." 

Obwohl die absoluten Unfallzahlen zum ersten Mal seit fünf Jahren sanken, kam es 2019 zu mehr Wanderunfällen. "Dies ist nicht wirklich verwunderlich, seit Jahren zieht es immer mehr Menschen in die Berge und Wandern ist dabei die Hauptbetätigung", so Winter.

Appell: Sorgfältige und defensive Tourenplanung

Seit dem Ende der Ausgangsbeschränkungen zieht es laut DAV mehr Menschen als je zuvor in die Alpen. "Es scheint, als würden viele ihren Sommerurlaub nicht im Ausland, sondern in den Bergen verbringen", so Winter. Für den DAV-Experten und Bergführer birgt dies aber auch Probleme. "Die Alpen sind auf so einen Ansturm nicht vorbereitet. Gleichzeitig erkennen wir, dass nun auch Menschen die Berge für sich entdecken, die bisher nichts mit ihnen zu tun hatten."

Durch die vielen Menschen steigt auch auch das Unfallrisiko. Daher appelliert der DAV an Bergsportlerinnen und Bergsportler, sich besonders sorgfältig auf die Touren vorzubereiten und eine defensive Tourenplanung an den Tag zu legen. Welche Auswirkungen Corona auf das Unfallgeschehen in den Bergen hat, wird die Bergunfallstatistik im nächsten Jahr zeigen.

DAV klärt auf: Das gilt es bei Bergtouren in Corona-Zeiten zu beachten

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