Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

DEHOGA-Umfrage
Ratlosigkeit, Wut, Verzweiflung: So geht es den bayerischen Hotels und Gaststätten

Der Lockdown im November trifft Beherbergungsbetriebe besonders hart. (Symbolbild)
  • Der Lockdown im November trifft Beherbergungsbetriebe besonders hart. (Symbolbild)
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Immer mehr gastgewerbliche Betriebe fürchten sich momentan um ihre Existenz. Laut einer Umfrage des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bayern), an der 1.400 Betriebe teilgenommen haben, sind derzeit 72 Prozent existenziell gefährdet. Einen Monat zuvor lag der Wert noch bei 57 Prozent.

Die Reaktionen der Beherbergungsbetriebe

Auf den seit Montag geltenden Lockdown haben 41 Prozent mit "Ratlosigkeit", 39 Prozent mit "Wut", 34 Prozent mit "Verzweiflung" und 26 Prozent mit "Angst" reagiert. Mehrfachnennungen waren möglich. Lediglich 30 Prozent haben zumindest die Hoffnung, dass durch den Lockdown an Weihnachten wieder geöffnet werden darf. Hätten die Betriebe die Wahl zwischen dem Lockdown inklusive der angekündigten Entschädigungszahlungen und weiterhin offenen Betrieben mit bestehenden Hygienekonzepten gehabt, hätten sich 59 Prozent für das Weiterführen des geöffneten Betriebes entschieden.

Die Hoteliers und Gastronomen hätten alles dafür getan, um einen erneuten Lockdown zu verhindern. Es wurden Mitarbeiter geschult und viel investiert, zum Beispiel in Lüftungsanlagen. "Und das alles umsonst, wie sich jetzt herausstellt", meint Angela Inselkammer, Präsidentin des DEHOGA Bayern. Der Lockdown sei einseitig und treffe mit dem Gastgewerbe eine Branche, die kein Infektionstreiber sei. Viele hätten Angst, da sie nicht wissen, ob und wie es weitergeht.

Ansteckungsquote in Hotels und Gaststätten gering

"Inhaltlich finden wir die beschlossene Maßnahme weder geeignet noch verhältnismäßig", sagt DEHOGA Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert. Laut dem Robert-Koch-Institut liegt die Ansteckungsquote in Beherbergungsbetrieben bei 2,3 Prozent und in Gaststätten nur bei 0,5 Prozent.

Nun muss laut Geppert die Schockstarre überwunden werden. Wichtig sei auch, dass "die angekündigten Entschädigungsleistungen in Höhe von 75 Prozent des Vorjahresumsatzes für alle Betriebe schnell und unbürokratisch“ ankommen.

"Die Lage ist nicht nur sehr ernst, sie ist existenziell. Den Ankündigungen der Bundesregierung müssen jetzt Taten folgen, sonst wird es für viele Betriebe zu spät sein und der Tourismus als Leitökonomie in dieser Form nicht mehr existieren", sagt Inselkammer. Die Betriebe bräuchten dringend Informationen zu den Förderrichtlinien. Die Unternehmen hätten vor Beginn des Lockdowns wissen müssen, ob die Umsätze aus dem Außerhausverkauf oder der Beherbergung von Geschäftsreisenden von der Förderung abgezogen werden. Sollte dies der Fall sein, hätten viele Betriebe anders entschieden. Laut der Umfrage würden in diesem Fall 78 Prozent der Betriebe diese Leistungen nicht mehr anbieten.

72 Prozent der kleineren Betriebe (bis 50 Mitarbeiter) gaben an, mit einer Entschädigung in der von der Bundesregierung angegebenen Größenordnung von 75 Prozent des entsprechenden Umsatzes des Vorjahresmonats den November überstehen zu können. Bei größeren Betrieben liegt der Wert bei 60 Prozent.

Dürfen Betriebe im Dezember wieder öffnen?

Nur 24 Prozent glauben an eine Wiedereröffnung im Dezember. Über drei Viertel gehen davon aus, dass der Lockdown verlängert wird. 89 Prozent sagten in diesem Zusammenhang, dass die geplanten einmaligen Entschädigungen für eine längere Schließung über den November hinaus nicht ausreichen würden.

Doch auch falls die Betriebe im Dezember wieder öffnen dürfen, sieht es alles andere als gut aus. Die Buchungslage in der Wintersaison von Dezember bis Februar wird von 63 Prozent der Betriebe als "katastrophal" beschrieben. 26 Prozent bezeichnen sie als "schlecht".

DEHOGA bittet um dringende Unterstützung

Die Betriebe wurden auch gefragt, welche weiteren Maßnahmen oder Unterstützungen sie benötigen würden. 73 Prozent antworteten mit "Entfristung der Umsatzsteuerreduzierung unter Einbezug der Getränke", 69 Prozent mit "Umsatzausfallentschädigung" und 56 Prozent mit "keine Schließung von Betrieben". Vor diesem Hintergrund bittet der DEHOGA die Bayerische Staatsregierung erneut um dringende Unterstützung für das Gastgewerbe.

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