Bis zum Auto-Entzug
Österreich greift durch: Deutlich härtere Strafen für Raser ab 1. September

Von erhöhten Bußgeldern bis hin zur Beschlagnahmung des Fahrzeugs. Ab 1. September gelten für Raser in Österreich deutlich härtere Strafen.
  • Von erhöhten Bußgeldern bis hin zur Beschlagnahmung des Fahrzeugs. Ab 1. September gelten für Raser in Österreich deutlich härtere Strafen.
  • Foto: Gerd Altmann auf Pixabay
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Von erhöhten Bußgeldern bis hin zur Beschlagnahmung des Fahrzeugs: Ab 1. September gelten für Raser in Österreich deutlich härtere Strafen. Besonders hart trifft es Teilnehmer von illegalen Autorennen. 

Bußgeld wird mehr als verdoppelt

Wer in Österreich 30 km/h zu schnell fährt, muss in Zukunft mindestens 150 statt wie bisher 70 Euro bezahlen. Wer innerorts 40 km/h oder außerorts 50 km/h zu schnell ist, zahlt mindestens 300 Euro. Das maximale Bußgeld bei Geschwindigkeitsverstößen wird von 2.180 auf satte 5.000 Euro angehoben. Laut dem ADAC wird die maximale Geldstrafe aber nur bei sehr schweren Fällen und bei Wiederholungstätern verhängt. Demnach können Bußgelder europaweit vollstreckt werden. Daher sollten auch deutsche Raser, die in Österreich erwischt werden, umgehend bezahlen. 

Führerschein wird länger entzogen

Neben den Bußgeldern wird auch der Führerschein in Österreich doppelt so lange weg sein wie bisher. Wer im Ortsgebiet 40 km/h oder außerorts um mehr als 50 km/h zu schnell fährt, hat seinen Führerschein für mindestens einen Monat los. Bei Wiederholungstätern erhöht sich die Entzugsdauer auf mindestens drei Monate. Ab 80 bzw. 90 km/h-Überschreitung gilt das Vergehen als "unter besonders gefährlichen Verhältnissen". Dann ist eine Nachschulung notwendig und der Führerschein wird für sechs Monate entzogen. Für Wiederholungstäter gilt ein Beobachtungszeitraum von vier Jahren.
Die Bundesregierung plant neue Bußgelder für Geschwindigkeitsverstöße einzuführen. Sie sollen jedoch noch vor der nächsten Bundestagswahl in Kraft treten. 

Illegale Straßenrennen und Beschlagnahmung des Fahrzeugs

Die Teilnahme an illegalen Straßenrennen wird in Österreich nun als "besonders gefährliches Delikt" definiert. Teilnehmern wird der Führerschein für mindestens sechs Monate entzogen. Spätestens im Wiederholungsfall muss man sich einer verkehrspsychologischen Untersuchung unterziehen. Bei "besonders schweren und unbelehrbaren Fällen" sollen die Behörden auch die Fahrzeuge beschlagnahmen dürfen. Die Beschlagnahmung von Fahrzeugen soll nicht nur bei illegalen Straßenrennen, sondern auch bei "besonders gefährlichen Fällen extremer Raserei" möglich sein. 

Beim Fahrzeug-Entzug müssen noch zahlreiche rechtliche Fragen geklärt werden. Daher gilt die Regelung nach Angaben des ADAC erst zum Jahresende. 

Zum Vergleich: Diese Bußgelder drohen in Deutschland

Auto: Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit innerorts – aktuelle Bußgelder:

Verstoß

Strafe

Punkte

Fahrverbot

... bis 10 km/h

15 €



... 11 - 15 km/h

25 €



... 16 - 20 km/h

35 €



... 21 - 25 km/h

80 €

1


... 26 - 30 km/h

100 €

1

(1 Monat)*

... 31 - 40 km/h

160 €

2

1 Monat

... 41 - 50 km/h

200 €

2

1 Monat

... 51 - 60 km/h

280 €

2

2 Monate

... 61 - 70 km/h

480 €

2

3 Monate

über 70 km/h

680 €

2

3 Monate

Quelle: Bußgeldkatalog.org

Auto: Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit außerorts – aktuelle Bußgelder:

Verstoß

Strafe

Punkte

Fahrverbot

… bis 10 km/h

10 €



… 11 - 15 km/h

20 €



… 16 - 20 km/h

30 €



… 21 - 25 km/h

70 €

1


… 26 - 30 km/h

80 €

1

(1 Monat)*

… 31 - 40 km/h

120 €

1

(1 Monat)*

… 41 - 50 km/h

160 €

2

1 Monat

… 51 - 60 km/h

240 €

2

1 Monat

… 61 - 70 km/h

440 €

2

2 Monate

über 70 km/h

600 €

2

3 Monate

Quelle: Bußgeldkatalog.org 

Das droht in Deutschland bei illegalen Straßenrennen

Seit 2017 gelten illegale Autorennen in Deutschland als Straftat und nicht mehr als Ordnungswidrigkeit. Schon allein die Teilnahme kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Fahren bestraft werden. Wer bei einem Rennen andere Menschen gefährdet, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Werden Menschen getötet oder schwer verletzt, beträgt die Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahre.

12 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen