Mediathek Mediathek Video & Audio

Familien in der Corona-Krise
Merkels Bürgerdialog: Das kritisieren Eltern im Gespräch mit der Bundeskanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) führt vom Kanzleramt aus einen virtuellen Bürgerdialog, der auf dem Bildschirm zu sehen ist. Es geht hierin um die Situation von Familien mit Kindern, darunter auch Familien mit alleinerziehendem Elternteil.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) führt vom Kanzleramt aus einen virtuellen Bürgerdialog, der auf dem Bildschirm zu sehen ist. Es geht hierin um die Situation von Familien mit Kindern, darunter auch Familien mit alleinerziehendem Elternteil.
  • Foto: picture alliance/dpa/AFP-POOL | John Macdougall
  • hochgeladen von Holger Mock

Am Donnerstag hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Bürgerdialog den Fragen von insgesamt 14 Müttern und Vätern aus ganz Deutschland gestellt. In einem Video-Gespräch haben die Eltern der Bundeskanzlerin ihre Situationen geschildert. Dabei kritisierten die Eltern unter anderem die Höhe und ungerechte Verteilung des Kinderbonus'. Auch Probleme beim Home-Schooling beklagten viele Eltern. Nicht angesprochen wurden hingegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Psyche der Kinder. 

Ungerechte Verteilung des Kinderbonus'

Am Mittwoch hatte die Koalition einen erneuten Kinderbonus beschlossen. Damit soll Eltern geholfen werden, die entstandenen Mehrkosten durch die Corona-Pandemie zu decken. Pro Kind erhalten Eltern einen einmaligen Zuschlag zum Kindergeld von 150 Euro. Gleich mehrere Eltern kritisierten gegenüber Angela Merkel die Höhe des Bonus'. "Das ist nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein", meint etwa eine alleinerziehende Mutter aus Rheinland-Pfalz.

Die Alleinerziehende beklagt außerdem, dass die Hälfte des Kinderbonus' dem unterhaltszahlenden Vater zusteht, obwohl hauptsächlich sie die Kinder betreue. Hier versprach Merkel, mit der Familienministerin zu sprechen, um hier nachzubessern. 

Home-Schooling belastend und schwierig 

Viele Eltern sprachen auch Probleme beim Home-Schooling an. Vor allem für Grundschulkinder sei das besonders schwer. "Es ist furchtbar", sagt etwa eine Mutter aus Frankfurt, deren Tochter in die erste Klasse geht. Zwar gebe sich die Schule Mühe, doch ihrer Tochter würden noch die absoluten Grundvoraussetzungen fehlen. So könne die 7-Jährige weder richtig lesen noch schreiben. Sie selbst arbeitet im Home-Office und sie versuche auch, ihrer Tochter zu helfen. "Mir fehlen aber die Kompetenzen. Ich bin keine ausgebildete Grundschullehrerin", so die 43-Jährige. 

Mehr Unterstützung beim Home-Schooling für Migrations-Familien forderte eine vierfache Mutter, die selbst 1989 aus dem Libanon nach Deutschland geflohen ist. Viele geflüchtete Eltern seien Analphabeten und könnten daher ihren Kindern nicht helfen. Auch beim Beschaffen und Bedienen der technischen Ausrüstung gebe es Probleme. Sie forderte mehr Vernetzung zu Bildungs-Zentren wie etwa Schulen. 

Mehr Kinderkrankentage

Wegen der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung die Kinderkrankentage von 10 auf 20 Tage im Jahr pro Elternteil und Kind verdoppelt. Alleinerziehende haben Anspruch auf 40 Tage pro Kind. Eine Mutter kritisierte dabei, dass diese Regelung nur für Kinder bis 12 Jahre gilt. Auch bei weiteren Regelungen sei 12 die Grenze wie etwa der Hort-Betreuung. Die Mutter fordert eine Anhebung der Altersgrenze auf 16 Jahre. 

Merkel verspricht, Kitas und Schulen als erstes zu öffnen 

Bundeskanzlerin Merkel zeigte Verständnis für die Anliegen der Eltern. Die Eltern sprachen auch über zusätzliche Belastungen durch die Pandemie, zum Beispiel soziale Isolation, und forderten Entlastungsstrategien für Eltern von Seiten der Regierung. Hier blieb Merkel einen konkreten Lösungsvorschlag schuldig. Stattdessen versprach sie, Schulen und Kitas als erstes vor allem anderen zu öffnen. Außerdem verwies sie darauf, dass es demnächst Lockerungen geben könnte. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist momentan sehr auf öffentliche Auftritte und Dialog mit Bergerinnen und Bürgern bedacht. Am Donnerstagabend will sie sich erneut den Fragen der Menschen in Deutschland stellen.

Angela Merkel stellt sich in weiterer Sondersendung den Corona-Fragen
Koalition beschließt Milliardenhilfen für Familien, Wirtschaft und Kultur

3 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen