Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

Industrie und Bauwirtschaft robust
IHK Schwaben sagt Krisenjahr voraus: Dramatische Lage im Reise- und Gastgewerbe und Einzelhandel

Die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben steht vor einem weiteren Krisenjahr. (Symbolbild)
  • Die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben steht vor einem weiteren Krisenjahr. (Symbolbild)
  • Foto: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
  • hochgeladen von David Yeow

Laut der Konjunkturumfrage der IHK Schwaben steht die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben vor einem weiteren Krisenjahr. Die Situation in den verschiedenen Branchen ist dabei extrem unterschiedlich. Jeweils ein Drittel der Unternehmen bewertete die derzeitige Situation als "gut" oder "befriedigend". Ein weiteres Drittel gab an, dass die Geschäfte "schlecht" laufen würden. Dabei zeigt sich: Während sich die Industrie und die Bauwirtschaft robust zeigen, werden Reise- und Gastgewebe sowie Einzelhandel immer weiter abgehängt. 

Dramatische Lage im Reise- und Gastgewerbe und im Einzelhandel

Als "dramatisch" beschreibt die IHK die Lage im Reise- und Gastgewerbe und im Einzelhandel. Diese Branchen sind besonders von Betriebsschließungen betroffen. 93 Prozent aller Tourismusbetriebe sprechen von einer schlechten Geschäftslage. 95 Prozent mussten bereits 2020 einen Umsatzrückgang verkraften. "Inzwischen ist die Situation für jeden fünften Hotelier oder Gastronom existenzbedrohend", so die IHK.

Im Einzelhandel droht eine Insolvenzwelle

Im Einzelhandel ist die Lage unterschiedlich. Hier gibt es auch Unternehmen, die bislang gut durch die Krise gekommen sind. Laut der IHK steigerte ein Viertel der Händler den Umsatz, 50 Prozent mussten Verluste verkraften. "Während der Online- oder Lebensmittelhandel oftmals gute oder sehr gute Geschäfte verzeichnet, ist das Geschäft beispielsweise im stationären Handel mit Saisonware komplett eingebrochen", zieht die Handelskammer Bilanz. 36 Prozent der Einzelhändler rechnen für 2021 mit sinkenden Umsätzen. "Auf uns kommt eine Insolvenzwelle zu. Auch dank staatlicher Hilfen werden wir jetzt noch keinen gesamtwirtschaftlichen Pleite-Tsunami erleben", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Marc Lucassen.

Industrie und Bauwirtschaft sind Motor der Konjunktur

Die Industrie ist derzeit der Motor der konjunkturellen Entwicklung. Im ersten Lockdown hatte die Branche unter dem Zusammenbruch der internationalen Lieferketten gelitten. Jetzt profitiert die Region Bayersich-Schwaben von der starken Exportorientierung seiner Produktionsunternehmen. Die Nachfrage insbesondere aus China zieht stark an. Die Bauwirtschaft hat in den vergangenen Monaten den Auftragsstau aus der Zeit vor der Corona-Krise abgearbeitet. Nun fürchtet man, dass neue Aufträge von privater, gewerblicher und staatlicher Seite zurückgehen könnten. Das drückt die Stimmung. 

Krankheit, Quarantäne, Betreuung: Unternehmen leiden unter Personalausfall

Die Corona-Krise wirkt sich bei den Unternehmen nicht nur unmittelbar auf Umsätze und Aufträge aus. Zum Problem wird zunehmend der Ausfall von Personal, die wegen Krankheit, Quarantäne oder Kinderbetreuung fehlen. Knapp 40 Prozent der Unternehmen gaben an, dass ihr Geschäft dadurch beeinträchtigt werde. Im Frühjahr waren es nur 15 Prozent. 

IHK fordert Diskussion über Öffnungen 

"Viele Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagt IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton. "Die Akzeptanz für das Krisenmanagement der Politik sinkt, die Wut wächst." Die Politik müsse endlich die Diskussion über konkrete Öffnungsperspektive zulassen. Sie dürfe die Unternehmen nicht von einer Lockdown-Verlängerung in die nächste schicken.

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