Neue Regel "Todesstoß für bayerische Urlaubsgebiete"
Hilferuf der AllgäuTopHotels: "Schlimmer geht es nicht mehr!"

"Trügerische Idylle: Ohne Gäste – keine Zukunft."
  • "Trügerische Idylle: Ohne Gäste – keine Zukunft."
  • Foto: Bergkristall - Mein Resort im Allgäu.
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Der heutige Donnerstag ist der Entscheidungstag für eine mögliche Öffnung der Urlaubsgebiete in Bayern zum Beginn der Pfingstferien am Freitag, 21. Mai. Dafür braucht es eine stabile 7-Tage-Inzidenz von unter 100. Im Allgäu kann das aktuell nur der Landkreis Lindau vorweisen. Auch für viele andere Urlaubsgebiete in Bayern ist der Wert aktuell nicht erreichbar. 

Neue Einreise-Regeln: "Todesstoß" für bayerische Urlaubsgebiete

Die geltenden Regel der Bundes-Notbremse birgen außerdem für Gäste und Unternehmer einen hohen Risikofaktor. Denn sollte der Grenzwert von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten werden, müssen die Betriebe wieder schließen. Für die Tourismus-Branche ist das alles schon schlimm genug. Für absolutes Unverständnis sorgt nun eine neue Einreise-Regel, die jetzt in Kraft getreten ist. Die AllgäuTopHotels sprechen von einem "absoluten Tiefpunkt" und dem "Todesstoß" für bayerische Urlaubsgebiete, die wegen der Bundesnotbremse nicht öffnen dürfen. "Schlimmer geht es nicht mehr", sagt Dr. Anna-Maria Fäßler, Chefin der Sonnenalp und Beiratsvorsitzende der AllgäuTopHotels - und das nach fast sieben Monaten nervenaufreibendem und wirtschaftlich zerstörendem Endlos-Lockdown.

Wiedenmann: "Wie soll ich das meinen Hoteliers erklären?" 

Darum geht es: Laut der neuen Einreiseverordnung der Bundesregierung müssen Geimpfte, Genesene und negativ Getestete ab dem 13. Mai nicht mehr in Quarantäne, wenn sie aus einem einfachen Risikogebiet zurückkehren. Das gilt auch für Urlaubsreisen. Zu "einfachen Risikogebieten" zählen Regionen mit einem Inzidenzwert zwischen 50 und 200. In einem Allgäuer Hotel darf man dagegen nur Urlaub machen, wenn dort die Inzidenz unter 100 liegt - und auch dann nur mit negativem Test. "Wie soll ich das meinen Hoteliers erklären?", so Sybille Wiedenmann, Geschäftsführerin der AllgäuTopHotels. 

"Wir Familienbetriebe können jetzt nicht mehr!"

"Jetzt können die deutschen Urlauber – unsere Gäste - ab heute in fast ganz Europa Urlaub machen, nur bei uns nicht. Das halten wir moralisch, physisch und psychisch nicht mehr länger aus", so Fäßler. "Wir Familienbetriebe können jetzt nicht mehr! Jetzt muss die Politik in Berlin sofort handeln und die Bundesnotbremse für touristische Reisen im Inland aussetzen." Die Hotels fordern gleiche Wettbewerbsrechte von der Politik: Geimpfte, genesene und getestete Menschen müssen auch im Inland reisen dürfen, wie überall in Europa – inzidenzunabhängig. 

"Jetzt muss Bayern für die wirtschaftliche Zukunft der ländlichen Gebiete kämpfen!"

In Bayern ist der Tourismus eine zentrale Leitökonomie – in vielen ländlichen Gebieten die Nummer Eins. "Die bayerische Staatsregierung muss sich hier an die Spitze der Bewegung setzen, um dieses Schwungrad der Wirtschaft in den Urlaubsregionen in Bayern zu sichern", fordern die AlläguTopHotels. "Es ist umgehend eine inzidenzunabhängige Regelung vergleichbar mit den Nachbarländern erforderlich."

Betriebe bangen um die Existenz und die Mitarbeiter*innen

Die Existenz vieler Betriebe ist heute schon sehr gefährdet. "Die echten Verluste – nicht der Umsatzverlust - für einen mittelgroßen Hotelbetrieb mit 8 bis 10 Mio. Investitionsvolumen belaufen sich in diesem zweiten Lockdown auf 600.000 bis 700.000 € - trotz der unterschiedlichen Hilfsprogramme", so Wiedenmann. Für die großen Betriebe belaufe sich die Summe auf ein Vielfaches. Hinzu komme, dass viele Mitarbeiter*innen bereits den sicheren Arbeitsplätzen in Österreich und der Schweiz gefolgt sind. "Jetzt werden sie dort ihre Gäste wiedersehen."

18 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen