Fachkräftemangel auch in Corona-Krise eine große Herausforderung
Geflüchtete und Migranten: Wichtiger Baustein der beruflichen Ausbildung

Ein wichtiger Baustein. Geflüchtete und Migranten in der Ausbildung (Symbolbild)
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  • Foto: Michal Jarmoluk auf Pixabay
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„Die Ausbildung von Geflüchteten und Migranten hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Baustein gegen den Fachkräftemangel entwickelt: Heute hat jeder zehnte Auszubildende in Bayern internationale Wurzeln“, stellt Wolfgang Haschner, Bereichsleiter Bildung bei der IHK Schwaben fest. „Deutlich gewachsen ist vor allem die Anzahl von Geflüchteten, die in einem bayerisch-schwäbischen Unternehmen eine Ausbildung absolvieren.“ Rund fünf Prozent beträgt deren jährlicher Anteil an allen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in den IHK-Berufen.

Größtes Risiko bei der wirtschaftlichen Entwicklung: Der Fachkräftemangel

Trotz Corona-Krise: für vier von zehn IHK-Mitgliedsunternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen zählt der Fachkräftemangel unverändert zu den größten Risiken bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Unternehmens. Bestätigt wird dieses Ergebnis der IHK-Konjunkturumfrage aus dem vergangenen Herbst durch die rückläufige Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge in IHK-Berufen im Jahr 2020. Haschner: „Die annährend 5.000 bayerisch-schwäbischen IHK-Ausbildungsbetriebe würden gerne mehr ausbilden. Doch angesichts rückläufiger Bewerberzahlen ist dies nicht möglich.“ Daher setzt sich die IHK Schwaben unverändert dafür ein alle Potentiale zu erschließen. „Geflüchtete und Migranten kommt dabei eine große Bedeutung zu“, so Haschner.

Fünf Prozent der Auszubildenden haben einen Fluchthintergrund

In den letzten Jahren hat sich der jährliche Anteil der Auszubildenden mit einem Fluchthintergrund an der Gesamtzahl aller neu abgeschlossenen IHK-Ausbildungsverträge bei rund fünf Prozent eingependelt. Zwei Drittel davon kommen aus vier Ländern: Afghanistan, Syrien, Kosovo und Eritrea. Das weitere Drittel verteilt sich auf derzeit 40 weitere Staaten. Damit einher gehen große Herausforderungen auch für die Ausbildungsbetriebe, denn: gerade die Sprachbarrieren stellen unverändert oft das größte Problem dar. Haschner: „Die Agentur für Arbeit bietet im Verbund mit vielen Weiterbildungsträgern wie der IHK Akademie Schwaben umfassende Unterstützung an. Diese Angebote sollten noch intensiver als bisher wahrgenommen werden.“

Viele Auszubildende mit einem Fluchthintergrund starten in einem Mangelberuf

Die oftmals größten Probleme bei der Besetzung offener Ausbildungsplätze haben die bayerisch-schwäbischen Hoteliers, Gastronomen und Einzelhändler. Aber auch in der Logistik oder der Industrie bleiben Ausbildungsplätze aufgrund fehlender Bewerber unbesetzt. „Gerade diese Berufsbilder sind es, die oft von Auszubildenden mit einem Fluchthintergrund erlernt werden“, berichtet Haschner. So ist der Koch der am häufigsten gewählte Beruf der Geflüchteten. Unter den zehn wichtigsten Ausbildungsberufen finden sich darüber hinaus die Fachkraft im Gastgewerbe, Verkäufer, oder Lageristen.

IHK informiert und berät

Wie finden die Ausbildungsbetriebe die richtigen Bewerber? Auf welche rechtlichen Hürden muss man achten? Wie führt man den Auszubildenden mit Fluchthintergrund zu einem erfolgreichen Abschluss und wie bindet man ihn über das Ende der Ausbildung hinaus an das Unternehmen? Fragen wie diese beantwortet der „Wegweiser Ausbildung“, den die bayerischen Industrie- und Handelskammern aktuell erarbeitet haben. Darüber hinaus bietet die IHK Schwaben auch konkrete und persönliche Beratung an, durch speziell geschulte Ausbildungsberater.

Haschner abschließend: „Diese Erfolgsbilanz wäre ohne das Engagement der bayerisch- schwäbischen Ausbildungsbetriebe und ohne die Energie, die die Ausbilder für diese Zielgruppe aufwenden, nicht möglich. So erlernen derzeit in fast 900 IHK-Ausbildungsbetrieben Auszubildende mit Fluchthintergrund alles, was sie für ihren beruflichen Erfolg in der Zukunft benötigen.“

Über die IHK Schwaben
Die IHK Schwaben vertritt im Regierungsbezirk Schwaben 140.000 Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen. Sie ist seit 1843 das Selbstverwaltungsorgan der bayerisch-schwäbischen Wirtschaft. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts berät sie Unternehmen, bündelt und vertritt deren Interessen und bildet Menschen in der Region aus und weiter. Sitz der IHK Schwaben ist Augsburg. Darüber hinaus gibt es acht Regionalbüros in Donauwörth, Günzburg, Kaufbeuren, Kempten, Lauingen, Lindau, Memmingen und Neu-Ulm. Ihr gewählter Präsident ist Dr. Andreas Kopton. Als Hauptgeschäftsführer fungiert Dr. Marc Lucassen.

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