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Zeitweise deutliche Steigerung
Corona-Pandemie: Bis zu 35 Prozent mehr Todesfälle in Bayern

Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, spricht während einer Pressekonferenz im Bayerischen Landesamt für Statistik in Fürth vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie über aktuellen Daten zu den Sterbefallzahlen für Bayern. Herrmann überstieg die Zahl der Todesfälle den Schnitt der vergangenen Jahre signifikant.
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  • Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, spricht während einer Pressekonferenz im Bayerischen Landesamt für Statistik in Fürth vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie über aktuellen Daten zu den Sterbefallzahlen für Bayern. Herrmann überstieg die Zahl der Todesfälle den Schnitt der vergangenen Jahre signifikant.
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Die Corona-Pandemie hat sich zweitweise deutlich auf die Zahl der Todesfälle im Freistaat Bayern ausgewirkt. Zu diesem Ergebnis gelangt das Bayerische Landesamt für Statistik nach Auswertung der Sterbefallzahlen. Demnach stieg die Zahl der Verstorbenen während den beiden Corona-Wellen deutlich an. So gab es etwa im Dezember 2020 verglichen mit dem Durchschnittswert der Jahre 2016 bis 2019 in Bayern gut 35 Prozent mehr Todesfälle.

Herrmann stellt Zahlen vor

Am Montag stellte der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann die Statistik vor. Dabei ist zu beachten, dass derzeit bis November 2020 vorläufig plausibilisierte Daten vorliegen. Für die Folgemonate insbesondere Februar 2021 sind die Daten noch nicht vollständig. Voraussichtlich werden die Zahlen für die Monate noch leicht steigen. Trotzdem hält Herrmann die Daten bereits für aussagekräftig.

Gepostet von Joachim Herrmann am Montag, 29. März 2021

Insgesamt keine erhöhte Sterblichkeit in den ersten zehn Monaten

Demnach hat es in den ersten zehn Monaten 2020 insgesamt keine deutlich erhöhte Sterblichkeit in Bayern gegeben. Allerdings lag die Zahl der Todesfälle im April 21 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Auf regionaler Ebene und für einzelne Kalenderwochen lassen sich laut Herrmann bereits während der ersten Corona-Welle signifikant erhöhte Sterbefallzahlen nachweisen. Im Sommer kam es dann zu einer Stabilisierung der Lage. 

Auf regionaler Ebene und für einzelne Kalenderwochen lassen sich laut Herrmann bereits während der ersten Corona-Welle signifikant erhöhte Sterbefallzahlen nachweisen.
  • Auf regionaler Ebene und für einzelne Kalenderwochen lassen sich laut Herrmann bereits während der ersten Corona-Welle signifikant erhöhte Sterbefallzahlen nachweisen.
  • Foto: Screenshot ©Bayerisches Staastministerium des Innern, für Sport und Integration
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Gut 35 Prozent mehr Todesfälle im Dezember 

Ab November 2020 kam es dann mit Beginn der zweiten Corona-Welle zu einem "massiven" Anstieg der Sterbefälle. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 stieg die Zahl der Todesfälle im November (12.300 Verstorbene) um knapp zwölf Prozent und im Dezember (16.000 Verstorbene) um gut 35 Prozent an. Konkret sind das 5.100 Todesfälle mehr als noch 2019. Nach Angaben des Bayerischen Inneministeriums starben in den beiden Monaten etwas über 4.000 Personen an oder mit Corona. Zusammenfassend lässt sich sagen: In der zweiten Welle und regional bereits in der ersten Welle lässt sich in Bayern eine deutliche Erhöhung der Sterbefälle feststellen. 

Ab November 2020 kam es dann mit Beginn der zweiten Corona-Welle zu einem "massiven" Anstieg der Sterbefälle.
  • Ab November 2020 kam es dann mit Beginn der zweiten Corona-Welle zu einem "massiven" Anstieg der Sterbefälle.
  • Foto: Screenshot ©Bayerisches Staastministerium des Innern, für Sport und Integration
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Zahl der Verstorbenen nimmt ab

Auch im Januar (+20 Prozent) lag die Zahl der Todesfälle über dem Durchschnittswert der Jahre 2016 bis 2019. Im Februar sank die Zahl dann allerdings deutlich ab und es verstarben im Vergleich zum Vorjahr sogar 400 Personen weniger. Herrmann führt das auf die Lockdown-Maßnahmen und die Impfkampagne zurück. Er verweist außerdem darauf, dass in diesem Winter die Grippewelle praktisch ausgeblieben war. An dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass die Zahlen für den Februar noch nicht vollständig und daher nicht vollständig belastbar sind. 

Nach Angaben des Bayerischen Inneministeriums starben in den Monaten November und Dezember über 4.000 Personen an oder mit Corona.
  • Nach Angaben des Bayerischen Inneministeriums starben in den Monaten November und Dezember über 4.000 Personen an oder mit Corona.
  • Foto: Screenshot ©Bayerisches Staastministerium des Innern, für Sport und Integration
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Corona vor allem für über 80-Jährige gefährlich

Differenziert man die Sterbefälle nach Altersgruppen, wird deutlich, dass vor allem die über 80-Jährigen gefährdet sind. Bereits im April gab es in dieser Altersgruppe etwa 30 Prozent mehr Todesfälle, als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. In den Folgemonaten stabilisierte sich diese Zahl und lag konstant etwa 10 Prozent über dem Durchschnitt. Im Dezember kam es dann zu einem massiven Anstieg, bei der die Zahl der Verstorbenen um fast die Hälfte Anstieg. In der Altersgruppe von 60 bis 79 Jahre stieg die Zahl der Todesfälle im Dezember um gut 20 Prozent an. Bei den unter 60-Jährigen gab es im gesamten Jahr keine Auffälligkeiten. Insgesamt sank die Zahl der Verstorbenen in der Altersgruppe sogar um 1,2 Prozent.

Differenziert man die Sterbefälle nach Altersgruppen wird deutlich, dass vor allem die über 80-Jährigen gefährdet sind.
  • Differenziert man die Sterbefälle nach Altersgruppen wird deutlich, dass vor allem die über 80-Jährigen gefährdet sind.
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