"Impfung bis Januar sinnvoll"
Bayerns Ärzte haben ab sofort Zugriff auf zusätzlichen Grippeimpfstoff

In Bayern werden seit dieser Woche zusätzliche Grippeimpfdosen verteilt. (Symbolbild)
  • In Bayern werden seit dieser Woche zusätzliche Grippeimpfdosen verteilt. (Symbolbild)
  • Foto: Bernhard Weizenegger
  • hochgeladen von Lisa Hauger

Ab sofort haben Bayerns Hausärzte Zugriff auf den Grippeimpfstoff, der zusätzlich von der bayerischen Staatsregierung bestellt wurde. "Seit Anfang dieser Woche wird der Grippeimpfstoff über die Apotheken an die Ärzte ausgeliefert", teilte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Mittwoch in München mit. Rund 3.600 Praxen haben an einer Bedarfsabfrage teilgenommen. Dabei kam heraus, dass rund 438.000 zusätzliche Impfdosen benötigt werden. "Wir haben also mit der Beschaffung unserer 550.000 zusätzlichen Impfdosen eine gute und notwendige Entscheidung getroffen", meint Huml.

Grippeimpfung während Corona-Pandemie wichtig

"Gerade in Zeiten von Corona ist eine erhöhte Durchimpfungsrate bei der saisonalen Grippe empfohlen. Je weniger Grippe-Patienten es gibt, desto mehr Kapazitäten bleiben Ärzten und Krankenhäusern für die Behandlung von CoViD-19-Patienten", erklärt der Vorsitzende des Bayersichen Apothekerverbandes, Dr. Hans-Peter Hubmann. Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) - Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp - ergänzt: "Wir begrüßen es, dass die vom Freistaat beschafften zusätzlichen Impfdosen nun rasch und unbürokratisch den Praxen für die Impfung ihrer Patienten zur Verfügung gestellt werden. Es zeichnet sich ab, dass sich der vorhandene Bedarf damit gut decken lässt."

Die Ärzte haben von der KVB ein Bestellformular bekommen, das sie bei den Apotheken einreichen können. Ärzte, die sich an der Bedarfsabfragen beteiligt haben, sollen bevorzugt werden. Rund 3.000 Apotheken im Freistaat beteiligen sich an der Auslieferung.

Erstmals zusätzlicher Grippeimpfstoff in Bayern

"Erstmals haben wir es geschafft, zusätzlichen Grippeimpfstoff für die Bürgerinnen und Bürger in Bayern zu beschaffen", sagt Huml. Das sei angesichts der Belastung des Gesundheitssystem durch die Corona-Pandemie sehr wichtig. Bayerns Gesundheitsministerin stellt klar: "Wir haben mit dieser sogenannten Bayern-Reserve den Ärzten keinen Impfstoff am Markt 'weggenommen'. Denn wir haben die gut eine halbe Million Impfdosen auf dem freien Markt beschafft, nachdem die Ärzte ihre eigenen Bestellungen für diese Saison abgegeben hatten."

Grippeimpfung laut Melanie Huml auch im Dezember und Januar noch sinnvoll

Normalerweise bestellen Ärzte den Grippeimpfstoff bis Ende März für die folgende Saison. In den vergangenen Jahren hatten die Ärzte im Freistaat pro Saison rund 1,5 Millionen Impfdosen abgerechnet. In diesem Jahr waren sie angehalten, sich auf einen höheren Bedarf vorzubereiten. Huml, die ausgebildete Ärztin ist, betonte: "Die Grippe-Impfsaison ist noch in vollem Gange. Eine Impfung ist auch im Dezember und im Januar noch sinnvoll."

Grippesaison heuer nicht so schlimm wie in den vergangenen Jahren

Die Grippesaison ist heuer weniger schlimm als in den vergangenen Jahren. "In den ersten sieben Wochen der Grippesaison bis Kalenderwoche 47 (16.-22. November) hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nur 25 Influenza-Infektionen registriert. Im selben Zeitraum im Vorjahr waren es 244", sagt Huml. Ein Grund für diesen Trend könnten die Kontaktbeschränkungen sowie die Abstands- und Hygieneregeln im Kampf gegen Corona sein.

Üblicherweise ist der Höhepunkt der Grippesaison im Januar und Februar. Um einen wirksamen Impfschutz aufzubauen, braucht das Immunsystem etwa zwei Wochen. Die Impfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden. Das liegt daran, dass sich Grippeviren leicht verändern können. Daher muss die Zusammensetzung des Impfstoffs für jede Grippesaison angepasst werden.

Grippeimpfung: Was Sie darüber wissen sollten

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