Tourismus im Allgäu
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Restart kostete zum Teil Millionen
AllgäuTopHotels ziehen nach Start positive Bilanz: Unsicherheit durch Bundesnotbremse bleibt

"Das Licht ist zurück. Die Unsicherheit bleibt", so fassen die AllgäuTopHotels ihre derzeitige Situation zusammen.
  • "Das Licht ist zurück. Die Unsicherheit bleibt", so fassen die AllgäuTopHotels ihre derzeitige Situation zusammen.
  • Foto: ©Panorama Land- & Wellnesshotel Rückholz
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Seit dem 21. Mai gibt es in Bayern für Hotels und andere touristische Einrichtungen wieder eine Perspektive - allerdings nur in Regionen, die an fünf aufeinanderfolgenden Tagen eine Inzidenz von unter 100 aufweisen. Als eine "aufreibende Zitterpartie" bezeichnen die AllgäuTopHotels die Tage kurz vor den möglichen Öffnungen. Am Ende konnten die Hotels am 21. Mai in drei Allgäuer Landkreisen öffnen. 

Öffnungen "unglaublicher Kraftakt"

"Davor stand ein unglaublicher Kraftakt und eine hohe Nervenanspannung bei allen Beteiligten", berichtet Sybille Wiedenmann, Geschäftsführerin der AllgäuTopHotels. Erst wenige Tage vor Anreise konnten die Hotels den Gästen final bestätigen, dass sie wirklich anreisen dürfen. Laut Wiedenmann hatten viele Gäste ihre Reise bereits verschoben oder wieder abgesagt. Einen Grund sieht sie in einem Beschluss des Bundestags, wodurch bereits ab dem 14. Mai Reisen in Risikogebiete bis zu einer Inzidenz von 200 deutlich erleichtert wurden. Währenddessen habe die Bundesnotbremse die Gäste in Deutschland im wahrsten Sinne ausgebremst, so Wiedenmann. 

Hilferuf der AllgäuTopHotels: "Schlimmer geht es nicht mehr!"

Inzidenz sinkt trotz Urlaubsgästen

"Die Menschen sind glücklich, die strahlen, die Gäste wie die Mitarbeiter", fasst erleichtert Hans-Jörg-Lingg, Hotelchef des Bergkristall in Oberstaufen und Beirat der AllgäuTopHotels, die aktuell Lage zusammen. Der Großteil der Gäste sei mit dem erforderlichen negativen Corona-Test angereist. Nur wenige mussten vor Ort den Eingangstest machen. Alle 48 Stunden müssen die Gäste einen weiteren Test machen. Dafür haben die Hotels eigene Teststraßen eigenrichtet. Die Hotels haben dadurch auch die Erlaubnis den Gästen eine Bestätigung auszustellen, die 24 Stunden gilt und mit der Gastronomie – und Freizeiteinrichtungen genutzt werden dürfen. Für die Hotels bedeute das zwar einen hohen zusätzlichen Aufwand. Gleichzeitig weisen die AllgäuTopHotels darauf hin, dass mit vielen Test auch eine hohe Sicherheit einhergeht. Trotz der Urlaubsgäste sind die Inzidenzen in den Landkreisen Ober- und Ostallgäu weiter gesunken. "Ein großer gemeinsamer Erfolg", so die AllgäuTopHotels. Auch die Mitarbeiter müssen sich mindestens zweimal in der Woche testen lassen. 

Unsicherheit durch Bundesnotbremse bleibt 

Die erste Phase sehen die AllgäuTopHotels als Erfolg. Allerdings bleibe weiterhin die große Unsicherheit durch die Regeln der Bundes-Notbremse. Demnach müssen die Hotels wieder schließen, sollte die Inzidenz in der Region an drei Tagen in Folge über 100 liegen. Das mussten bereits die Hoteliers in Kempten erfahren, die nur wenige Tage nach der Wiedereröffnung wieder schließen mussten. Mittlerweile dürfen die Hotels in Kempten wieder öffnen. Mit Sorge blicken die Hoteliers auch auf die Einheimischen, die  von ihren Urlaubszielen im Ausland wieder zurückkommen. In einigen Ländern brauche es beispielsweise nur einen Test zur Anreise und einen Test hinterher, um sich von der Quarantäne "freizutesten", zeigen sich die AllgäuTopHotels besorgt. "Was passiert dann mit den Inzidenzen hier im Allgäu?" Denn egal wer den Anstieg der 7-Tage-Inzidenz verursacht, am Ende sind davon auch und vor allem die Hoteliers betroffen. 

"Wir können die Hotels nur mit sehr hohen finanziellen Verlusten rauf – und runterfahren."

Die Unternehmen der AllgäuTopHotels haben in den Restart eigenen Angaben zufolge hohe 6-stellige-Summen investiert. Unter anderem wurden die Mitarbeiter auf eigenes finanzielles Risiko bereits 10 Tage zuvor zurückgeholt und die Lager gefüllt. "Der Sonnenalp hat der Restart rund eine Million Euro gekostet", so Dr. Anna-Maria Fäßler, die Chefin der Sonnenalp und Beiratsvorsitzende der AllgäuTopHotels. "Wir können die Hotels nur mit sehr hohen finanziellen Verlusten rauf – und runterfahren. Die Überbrückungshilfen sind eine Überlebenshilfe, aber keine wirtschaftliche Entschädigung. Die Konten sind leer. Es braucht jetzt eine Sicherheit für unternehmerisches Handeln von Bayern und vom Bund." Fäßler fordert, dass die Bundenotbremse umgehend ausgesetzt werden müsse: "Wir brauchen eine inzidenzunabhängige Öffnungsstrategie, wie in den europäischen Nachbarländern. Die Politik muss jetzt die Rahmenbedingungen schaffen, dass wir offen bleiben können", so Fäßler. "Das ist existenziell wichtig jetzt und für die Zukunft."

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