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Traumspiel
all-in.de Video: Der FC Bayern beim Traumspiel in Memmingen

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Lederhose, Trachtenhemd, Haferlschuhe und ein Lächeln auf den Lippen: Für den Vorsitzenden des FC-Bayern-Fanclubs Red Baroons Dietmannsried, Georg 'Kubo' Mayr, ist dieser 18. Juli ein Feiertag. Rekordmeister Bayern München zu Gast in Memmingen im Rahmen des Traumspiels gegen den Fan-Club aus dem Oberallgäu. 'Das ist der Hammer', freut sich Mayr. Am Ende gewinnen die Münchner mit 3:0.

Egal, was hinter ihm und seinen rund 150 Kollegen des Fanclubs liegt. Egal, dass die Red Baroons seit Anfang der Woche geackert haben wie die Stiere und 360000 Tonnen an Stahl für eine eigens installierte Zusatztribünen-Anlage im Wert von vier Millionen Euro verbauten. Auch egal, dass Mayr gegen Mittag einen sportlichen Genickschlag einstecken muss: die kurzfristige Absage des verletzten Bayern-Neuzugangs Robert Lewandowski. Gewiss ärgert ihn auch, dass Franck Ribery noch nicht fit zu sein scheint und im Allgäu durch Abwesenheit glänzt. Er will sich diesen Feiertag einfach nicht vermiesen lassen. Basta.

Der Rekordmeister in Memmingen. Das bedeutet an diesem sonnigen Tag auch eine Schau Allgäuer Brauchtums. Trommlerzug aus Prem, Trachtenverein Koppachtaler aus Altusried, der nicht nur was für die Ohren, sondern auch für die Augen bietet. Mit meterhohen Alpenhörnern und Goißlschnalzern, mit prächtigen Trachten und Hüten. Oder die Allgäu-Yetis, die schon lange vor dem Anpfiff mit zünftiger Musik die Stimmung in die Höhe treiben.

Natürlich muss man sich die Frage stellen: Wird Pep Guardiola auch an diesem heißen Tag in Memmingen im feinen Zwirn erscheinen? Im Maßanzug, mit weißem Hemd und Krawatte und mit schwarzen Lackschuhen an den Füßen? Wird sich der Spanier, der, wenn er nicht Fußballer und Trainer geworden wäre, ebenso gut als Modeexperte seine Brötchen hätte verdienen können, wird sich Pep Guardiola also diese Qual wirklich antun bei 30 Grad Celsius im Schatten?

Wo er sich seine Kraft doch auch noch dazu einteilen sollte, den Fans mit einem Autogramm einen Traum zu erfüllen - oder neuerdings mit einem Selfie, für das Star und Fan auf Tuchfühlung gehen müssen. Immerhin: Zuletzt im Mai bei seiner Hochzeit mit der langjährigen Partnerin Cristina Serra ist der Bayern-Coach mit einem blauen Hemd und einem legeren braunen Strickpullover darüber ausgekommen. War ja auch nur im Rathaus der Gemeinde Matadepera gewesen, wo sich das spanische Paar ewige Treue versprach.

Zahlreiche Foto-Objektive sind auf den Trainer gerichtet

In Memmingen, um das Geheimnis zu lüften, erscheint Pep Guardiola ohne Anzug. Er trägt ein blau-weiß kariertes Hemd, die Ärmel bis auf Ellbogenhöhe hochgekrempelt, dazu eine dunkle Jeans und legere Turnschuhe mit den drei Streifen. Er lächelt, als er gut eine Dreiviertelstunde vor Anpfiff aus dem Bus steigt. Er lächelt auch für einen Moment, als er den Platz betritt und in gut drei Dutzend Objekte der Fotografen blickt, die sofort auf ihn draufhalten.

Pep Guardiola hat an diesem späten Nachmittag eine etwas sonderbare Aufgabe. Er coacht beherzt ein Team, das so noch nie zusammen gespielt hat und das vermutlich auch nicht mehr so schnell tun wird. Eine Kombination aus A-Junioren, Ergänzungsspielern und wenigen Bundesliga-Stars wie David Alaba, Rafinha oder Holger Badstuber. Für den Letztgenannten ist die Partie eine Rückkehr in doppeltem Sinn. Er ist heimgekehrt in die Allgäuer Heimat. Und er ist nach langer Verletzung zurück auf dem Platz.

Was vor allem seinen Präsidenten Karl-Heinz Rummenigge freut: Er ist ja für uns wie ein Neuzugang. Und er bewegt sich bereits hervorragend. Dieses präsidiale Kompliment bekommt auch Juan Bernat, der Neuzugang vom FC Valencia. Ein Spieler mit feiner Technik, lobt Rummenigge, einer, bei dem man sofort merkt, wo er herkommt. Aus Spanien, wo Toni Kroos bei Real Madrid kommende Saison versuchen wird, ähnlich wichtige Tore zu erzielen wie zuletzt bei der Weltmeisterschaft in Brasilien.

Ob dieser Abgang den Rekordmeister schwächt? Karl-Heinz Rummenigge versucht es mit der diplomatischen Variante einer Antwort: Toni war natürlich ein sehr guter Spieler. Aber das Team ist auch ohne ihn gut, gerade im Mittelfeld. Na ja, und dann müsse man auch bedenken, dass es für einen Trainer nicht immer leicht sei, mit einem Überangebot an Stars zu arbeiten und sie bei Laune zu halten.

Sammer warnt davor, die Spieler zu verheizen

Viele der Bayern-Stars sind in Memmingen nicht dabei. Sie erholen sich von den WM-Strapazen, was die Aufgabe Guardiolas nicht leichter macht, wie Manager Matthias Sammer glaubt: Die Situation ist nicht unproblematisch für uns. Wir müssen darauf achten, dass wir die Spieler, die wir derzeit zur Verfügung haben, nicht verheizen. Dafür ist Guardiola zuständig.

Der Katalane bekommt am Ende des Arbeitstages noch ein Erinnerungsgeschenk von Memmingens Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger, bedankt sich artig dafür, kritzelt für die kreischenden Fans seinen Namenszug auf Zettel und Trikots und winkt zum Abschluss in die Menge. Adios, Memmingen.

Weitere Fotos sowie ein Video finden Sie in unserem Internet-Angebot unter www.all-in.de/traumspiel

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