Heimatreporter-Beitrag
OLG tritt Kindeswohl und Mutterrecht mit Füßen

Erneut gibt es einen Fall, der vor dem OLG landete und trotzdem kein faires Urteil erhielt. So sehr die Väter früher kaum eine Chance auf einen gerechten Umgang mit ihrem leiblichen Kind hatten, so ungerecht läuft es heute ab, wenn sich eine Mutter zu Recht gegen eingeforderte Umgangsdetails wehrt – ohne generell gegen einen Umgang zu sein. Besonders verwundert die Tatsache, dass Väter, die niemals Vater sein wollten und sich von Geburt an nicht um das Kind kümmerten und sogar der Mutter gegenüber gewalttätig wurden – im Beisein vom Kind - und jahrelang keinen Unterhalt zahlten, mit den Vätern gleichgesetzt werden, die sich schon immer liebevoll um ihre Kinder gekümmert haben. Hier sind die Richter gefordert, eine Einzelfallentscheidung zu treffen und trotzdem erhält jeder das gleiche Umgangsrecht. Kinder werden gezwungen, mit aus ihrer Sicht guten Bekannten komplette Wochenenden zu verbringen, nur weil ein Vater plötzlich entdeckt, dass er die Frucht seiner Lenden seiner gesamten Verwandtschaft vorstellen möchte.

Im vorliegenden Fall kann die Mutter sogar beweisen, dass der Vater ununterbrochen eine Kindeswohlgefährdung begeht – sowohl auf körperlicher als auch auf seelischer Ebene. Dies geschieht bereits seit sieben Jahren und aufgrund des aktuellen Beschlusses wird dies noch Jahre andauern – nun auf legale Weise, nachdem der Umgang erheblich ausgedehnt wurde. In diesem Fall handelt es sich um ein von Geburt an chronisch lungenkrankes Kind und der Kindesvater weist dies trotz mehrerer ärztlicher Befunde zurück. Aus diesem Grund hält er sich nicht an die notwendige Behandlung, was auch die Verfahrensbeiständin bezeugen kann. Trotzdem erhält dieser Vater ein unbegleitetes mehrtägiges Umgangsrecht. Die Richter machen sich hier keine Gedanken darüber, wie der Vater an Wochenenden und nachts ohne jegliche Erfahrung mit diesem Krankheitsbild richtig reagieren soll. Aber vielleicht kann man ja im Notfall den Kinderarzt haftbar machen, der verständlicherweise am Wochenende frei hat und so nicht rettend eingreifen kann? Leider ist der Vater auch nicht bereit, an einer entsprechenden Schulung teilzunehmen, um überhaupt Krankheitsanzeichen zu erkennen.

Die Verfahrensbeiständin maßt sich hingegen an, die Mutter der Lügen zu beschuldigen und behauptet, dass ebenfalls das Kind lügt, wenn dieses wahrheitsgemäß sagt, dass der Vater bei jedem Umgang über die Mutter lästert und dass es keinen Umgang mit dem Vater wünscht. Obwohl die Mutter hierfür Beweise in der Hand hält, wird dies vom Gericht nicht anerkannt – hier zählen die Persönlichkeitsrechte des Vaters mehr als das Kindeswohl. Seltsam nur, dass anerkannte Psychologen bei der verbalen Herabsetzung der Erziehungsfähigkeit durch den anderen Elternteil eine Kindeswohlschädigung sehen – das Gericht und der „Anwalt des Kindes“ wohl nicht.

Seltsam ist zudem, dass selbst die Verfahrensbeiständin festgestellt hat, dass der Vater das Kind in einen Loyalitätskonflikt bringt und in keinster Weise ein emotionales Verhalten zeigt. Seltsam auch, dass sie im gleichen Bericht der Mutter vorwirft, dass nur diese am Fehlverhalten des Vaters schuld wäre. Trotzdem riet sie – vielleicht auch deshalb, weil das Kind gar keinen Umgang möchte und ein ablehnendes Verhalten gegenüber dem Vater zeigt – zu einem psychologischen Gutachten, das vom Gericht abgelehnt wurde. Abgelehnt wahrscheinlich deshalb, weil hier Prozesskostenhilfe genehmigt wurde. Und dann kann dem Steuerzahler nicht zugemutet werden, diese Kosten zu übernehmen. Auch dann nicht, wenn hierdurch eine Kinderseele gesund bleiben würde. Alternativ könnten diese Kosten auch dem Kindesvater auferlegt werden, wenn dieser eine Umgangsregelung beantragt, die sich definitiv gegen den Kindeswillen wendet. Schließlich ist das Gericht laut Gesetz verpflichtet, alles zu unternehmen, um die Wahrheit zu erforschen. Hier pauschale Anschuldigungen gegenüber der Mutter zu äußern, die weder Hand noch Fuß haben, ist schon mehr als ehrverletzend. Im Endeffekt wird auf diesen Umweg jeder zahlungsschwachen Mutter ihr Recht genommen. Schlägt sich all diese Ungerechtigkeit auf Ihre Psyche nieder, dann wird sie zum perfekten Opfer im familiengerichtlichen System.

Und ebenso seltsam erscheint die Regelung vom Gericht, dass der Kindesvater Wochenendumgänge erhält, obwohl dieser jede zweite Woche gar nicht arbeitet, die Mutter hingegen schon und deshalb nur am Wochenende ausreichend Zeit für das Kind hätte. Aber hier ist das Gericht der Meinung, man könne ja wegen der Schule keine Umgänge unter der Woche ansetzen. Ich frage mich nur, wo sich die Kinder nach der Schule aufhalten, wenn anscheinend weder dem Elternteil noch dem Kind zugemutet werden kann, dass sich beide dann sehen?

Es ist immer wieder traurig zu beobachten, dass die Mütter dafür bestraft werden, dass sie unter der Woche arbeiten, sich mit den Hausaufgaben abmühen und mit den Kindern den kompletten Alltag mit all seinen negativen Facetten alleine bewältigen müssen und dann erhält der Kindesvater das Kind am Wochenende. Auf diese Weise züchtet man böse und gute Elternteile heran: der Vater ist der nette, der ja keinen Stress mit Hausaufgaben macht und die Mutter? Ja, die nervt ja nur, weil sie die Kids in die Schule schickt und zu einem geregelten Tagesablauf zwingt und auch noch erzieht.

Es sollte zumindest erforscht werden, warum Mütter auf eine Prozesskostenhilfe angewiesen sind anstatt deren Rechte zu untergraben und bewusst auf ein Gutachten zu verzichten, das dem Kindeswohl dienlich wäre. Vielleicht werden diese auch deshalb abgelehnt, weil dann die Wahrheit ans Licht käme und die deutschen Gerichte einen erneuten Rüffel der EU befürchten? Es kann ja anscheinend nicht sein, dass einem narzisstischem Vater das übliche Umgangsrecht verwährt wird, obwohl dieser ein kindeswohlschädigendes Verhalten an den Tag legt. Da ist es schon einfacher, jeder Mutter zu unterstellen, sie würde das Kind gegen den leiblichen Vater aufhetzen. Andere Erklärungen, warum ein Kind seinen Vater nicht sehen möchte, werden absolut abgelehnt. Ansonsten würde ja das familiengerichtliche Weltbild zerstört werden.

Letztendlich kann sich die Mutter entscheiden, welches Übel sie dem Kind zufügt: das Kind zu den Umgängen zwingen und so das Vertrauen vom Kind verlieren (im schlimmsten Falle sogar Double Bind Aussagen treffen, die beim Kind zur Persönlichkeitsstörung führen können) oder sich weiter um das Kindeswohl kümmern und sich wehren. Beides wird ihr definitiv negativ zur Last gelegt. Dass der Gesetzgeber hier keine Verletzung der Persönlichkeitsrechte und auch der Elternrechte der Mutter sieht, ist äußerst schwer nachzuvollziehen. Hauptsache, das OLG darf sich selbst schützen und weitere Rechtsmittel ausschließen.

Dem deutschen Rechtssystem fehlt eindeutig eine Institution, die auch die Richter kontrolliert und die Erlaubnis, dass sich jeder gegen unfaire Beschlüsse wehren darf. Zumindest sollte verhindert werden, dass sich Richter von Hetztiraden beeinflussen lassen und alle Verfahrensbeteiligten sollten gezwungen werden, sich ausschließlich am Wohl des Kindes zu orientieren. Nur so kann verhindert werden, dass sich Richter auf eine Seite schlagen und kindeswohlschädigende Beschlüsse verkünden. Mütter dürfen nicht pauschal als umgangsboykottierende Monster betrachtet werden – auch deren Argumente und die Wünsche der Kinder müssen zwingend beachtet werden.

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