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Wie sich Frauen vor Alzheimer schützen können

Die Wahrscheinlichkeit, Alzheimer zu bekommen, ist bei Frauen höher als bei Männern.
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Gibt es so etwas wie das weibliche und das männliche Gehirn? Können Frauen deshalb etwa schlechter einparken als Männer? "Das ist ein soziales Konstrukt und vielleicht recht lustig - stimmt aber absolut nicht", erklärt Dr. Lisa Mosconi, Autorin von "Das weibliche Gehirn" (Rowohlt). Die Neurowissenschaftlerin und Ärztin hat untersucht, wie Frauen ihr Gehirn bewusst trainieren und vor Krankheiten vorbeugen können und gibt im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news zahlreiche Tipps.

Inwiefern unterscheiden sich das weibliche und männliche Gehirn voneinander?

Lisa Mosconi: Es gibt viele Theorien darüber und die meisten sind wirklich nur soziale Konstrukte und Stereotypen, die nichts mit der Funktionsweise des Gehirns zu tun haben. Barbie gegen Lego, Pink gegen Blau, Mars und Venus - es gibt kein "geschlechtsspezifisches Gehirn". Aber es gibt einige biologische - vor allem hormonelle - Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die für die Gesundheit der Frauen sehr wichtig sind.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen eine Angststörung oder Depression entwickeln, ist beispielsweise doppelt so hoch wie bei Männern. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie an Multiple Sklerose erkranken ist dreimal höher und es gibt eine viermal höhere Wahrscheinlichkeit für Frauen, an Kopfschmerzen und Migräne zu leiden. In naher Zukunft werden fast zwei Drittel aller Alzheimer-Patienten Frauen sein. Frauen ab 60 erkranken fast doppelt so häufig an Alzheimer als an Brustkrebs. Während der Brustkrebs als gefährliche Krankheit im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Diskussion steht - was natürlich auch richtig und wichtig ist -, ist das Thema Alzheimer bei Frauen bei uns noch nicht angekommen.

Weshalb leiden Frauen öfter an Demenz, Migräne und Alzheimer?

Mosconi: Das versuchen wir noch besser zu verstehen, aber so weit ist schon klar, dass die Wechseljahre ein echter Wendepunkt für die Gehirngesundheit im Leben einer Frau sind. Die Konzentration des Östradiol, die stärkste Form von Östrogen, geht nach den Wechseljahren stark zurück, ist aber der "Hauptregulator" des weiblichen Gehirns. Es unterstützt das Wachstum und Verbindungen zwischen Neuronen, es stärkt das Immunsystem und gibt dem Gehirn Energie.

Wenn unser Östrogenspiegel hoch ist, ist unsere Gehirnenergie hoch. Nimmt die Konzentration ab, ist das Gehirn anfälliger für viele - auch ernsthafte - Erkrankungen. Umwelteinflüsse und der Lebensstil spielen natürlich auch eine große Rolle. Rauchen ist der Risikofaktor Nummer eins für einen frühen Eintritt in die Wechseljahre. Auch schlechte Ernährung und Mangel an Bewegung, Schlafentzug und chronischer Stress bedingen die Wechseljahre.

Wie können Frauen bewusst ihr Gehirn trainieren und stärken?

Mosconi: Es gibt viele Dinge, die alle Frauen sofort tun können, um ihr Gehirn gesund zu halten: Nicht mehr rauchen oder mehr pflanzliche Kost zu sich nehmen. Einige pflanzliche Lebensmittel enthalten Phytoöstrogene, die die hormonelle Gesundheit unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel Leinsamen, Sesam, Kichererbsen, getrocknete Aprikosen, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und eine Vielzahl von Früchten. Außerdem enthalten diese Lebensmittel Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien, die alle für die Gesundheit des Gehirns unerlässlich sind.

Außerdem ist es wichtig, körperlich aktiv zu bleiben, drei bis fünf Mal pro Woche Sport zu treiben. Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen, die regelmäßig trainieren, seltener an einer Demenz erkranken. Stressabbau ist sehr wichtig und regelmäßiger und ausreichender Schlaf. Aber man sollte sich auch von Giftstoffen fernhalten - meiden Sie zum Beispiel Plastik, insbesondere Plastikbehälter und Flaschen, und investieren Sie - wenn möglich - in hochwertige Bio-Lebensmittel und Hautpflegeprodukte.

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