Ausnahmenverordnung
Sonderregel für Genesenenstatus im deutschen Bundestag - Statt drei weiterhin sechs Monate

Abgeordnete, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen dem Bundestag auf der "Seuchentribüne" beiwohnen. (Symbolbild)
  • Abgeordnete, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen dem Bundestag auf der "Seuchentribüne" beiwohnen. (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • hochgeladen von Josef Brutscher

Seit dem 15. Januar besitzt der Genesenenstatus nach einer Corona-Infektion eine kürzere Gültigkeit. Statt den zuvor gültigen sechs Monaten zählen Menschen in Deutschland nur noch drei Monate lang als genesen. Das gilt überall in ganz Deutschland. In ganz Deutschland? Nein. Im Deutschen Bundestag gilt etwas anderes. Dort zählt der Genesenenstatus wohl weiterhin sechs Monate. Das teilte ein Parlamentssprecher auf Anfrage der ZEIT ONLINE mit. 

COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung

Im Bundestag legt eine Allgemeinverfügung die geltenden Corona-Regeln fest. Diese verweise laut dem Parlamentssprecher und der ZEIT ONLINE auf die COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung. "Zum Zeitpunkt des Erlasses der Allgemeinverfügung sah diese den Zeitraum von 28 Tagen bis sechs Monate nach Infektion vor, der weiterhin gilt", erläuterte der Sprecher. 

Vor allem die AfD betroffen

Hauptsächlich auf Abgeordnete der AfD hätte die kürzere Genesenen-Zeit Auswirkungen. Von ihnen geben nämlich viele an, ungeimpft zu sein, oder bekennen sich in der Öffentlichkeit gar nicht zu ihrem Impfstatus. Allgemein gilt im Plenarsaal des deutschen Bundestags die 2G+-Regel. Das bedeutet, dass Abgeordnete, die weder geimpft noch genesen sind und zusätzlich keinen negativen, tagesaktuellen Schnelltest vorweisen, auf der Besuchertribüne sitzen müssen. In letzter Zeit mussten bereits mehr als 20 Abgeordnete der AfD auf der sogenannten "Seuchentribüne" Platz nehmen. AfD-Fraktionschef Tino Chrupalla hatte sich im vergangenen Oktober mit Corona infiziert, Co-Fraktionschefin Alice Weidel hatte das Virus im November. Beide dürfen wegen der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung weiter im Bundestag ihre Plätze einnehmen.

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