Nachhaltigkeit: So rasant wandelt sich die Wirtschaft

Inzwischen existieren für nahezu jeden Lebensbereich ökologisch verträgliche Alternativen
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Wie reagieren Unternehmen auf den Klimawandel? Welche Maßnahmen ergreifen sie, um sich in puncto Nachhaltigkeit zu verbessern? Der Druck auf Firmen und Konzerne steigt, denn die Verbraucher sehen immer genauer hin. Die von Unternehmen ergriffenen Maßnahmen sind vielfältig: Einsparen von Müll, von Transportkilometern, Achten des Tierwohls, Recycling, Upcycling und, und, und.

Wer macht was?

Ein enormes Umdenken findet generell in der Lebensmittelindustrie statt. Das Angebot pflanzlicher Alternativen wächst unaufhaltsam. Rügenwalder etwa, das seit Gründung der ersten Fleischerei 1834 Tierprodukte anbietet, ist in Deutschland mittlerweile Marktführer für Pflanzenfleisch. Das Unternehmen selbst hätte offenbar kein Problem mit komplettem Fleischverzicht, diese Entscheidung liege letztlich beim Verbraucher, meinte Geschäftsführer Godo Röben vergangenes Jahr im "Handelsblatt". Und seinen Instagram-Account bespielt das Traditionsunternehmen schon heute beinahe ausschließlich mit den Fleischersatzprodukten.

Auch Fischriese Iglo hat sein Sortiment massiv erweitert. Seit Beginn dieses Jahres bietet die Tochter des britischen Tiefkühlkonzerns Nomad Foods 41 vegane Produkte an. Selbst McDonald’s fährt in Deutschland ein Pilotprojekt und verkauft seinen ersten veganen Burger.

Mit dem Wunsch nach einem pflanzenbasierten Angebot solidarisiert sich auch die Albert Schweitzer Stiftung. Sie engagiert sich gegenüber etablierten Unternehmen für eine Erweiterung des Angebots und das Achten des Tierwohls. So sorgte sie dafür, dass sowohl Kaufland als auch Starbucks in Deutschland auf den Verkauf und die Verarbeitung von Käfigeiern verzichten. Auch bei der Deutschen Bahn habe man zu einer Veränderung der Speisekarte in den Bordrestaurants beigetragen.

Ebenfalls auf nachhaltige Mobilität setzt die Lieken AG. Sie stellt zum 31. März 2020 auf eine Zentrallagerlogistik um und spart dadurch jährlich 50 Millionen Dieselkilometer und damit Tonnen von CO2, weil sie ihre Produkte wie Golden Toast oder Lieken Urkorn nicht mehr zu jedem einzelnen Supermarkt fahren muss. Die Artikel werden nun genauso wie Frischmilch, Joghurt und Co. an die Zentrallager der Lebensmittelhändler geliefert und von dort auf die jeweiligen Märkte verteilt; doppelte LKW-Fahrten entfallen damit. Auch die Deutsche Post integriert zunehmend Elektrofahrzeuge in ihren Lieferbetrieb - sie hat sich bis 2050 das Ziel der Emissionsfreiheit gesteckt.

Völlig neue Produkte

Gleichzeitig sprießen allerorts völlig neue Geschäftsmodelle aus dem Boden. Gerade bei der Vermeidung von Plastik öffnen sich neue Felder. Inzwischen existieren essbare Trinkhalme aus Apfelfasern oder Einmalbesteck aus recycelten Avocadokernen, die zuvor einfach im Müll gelandet sind. In urbanen Gebieten erfreuen sich Unverpackt-Läden steigender Kundenzahlen, Geschäfte also, die das Verpackungsmaterial bewusst auf ein Minimum reduzieren oder ganz darauf verzichten.

Außerdem auf der Liste jüngster Innovationen: Pilze als Styropor- und Lederersatz, Zuckerrohr als Alternative für das aus Erdöl gewonnene Polyethylen, wichtig für die Herstellung von beispielsweise Getränkekartons, oder Wasser aus Algenblasen statt Kunststoffgefäßen.

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