Sicherheitsstandards verletzt?
Nach Unfall am Filmset - Waffenmeisterin und Regieassistent im Fokus der Ermittlungen

Offenbar kam es durch eine Unachtsamkeit der Waffenmeisterin und dem Regieassistenten zu dem tragischen Unfall. (Symbolbild)
  • Offenbar kam es durch eine Unachtsamkeit der Waffenmeisterin und dem Regieassistenten zu dem tragischen Unfall. (Symbolbild)
  • Foto: 955169 auf Pixabay
  • hochgeladen von Corinna Sedlmeier

Nach dem tragischen Unfall am Filmset des Westerns "Rust" gibt es Hinweise auf fahrlässiges Verhalten vom Regieassistenten und der Waffenmeisterin. Bei dem Unfall löste sich aus einer vermeintlichen Requisitenwaffe ein Schuss, der die Kamerafrau tötete und den Regisseur schwer verletzte. 

"Kalte Waffe"

Nach neuesten Erkenntnissen hat der Regieassistent Alec Baldwin die Waffe überreicht. Dabei sei auch der Begriff "kalte Waffe" verwendet worden, eine Bezeichnung für eine Waffe ohne scharfe Munition. Der Assistent hat vermutlich nicht gewusst, dass sich noch eine Patrone in der Waffe befand. Laut US-Medien soll der Regieassistent schon früher Sicherheitsstandards verletzt haben. Auch wird die 24-jährige Waffenmeisterin immer häufiger wegen ihres fahrlässigen Verhaltens mit Schusswaffen kritisiert. Die Polizei will am Mittwoch in einer Pressekonferenz über Einzelheiten informieren. 

Notruf veröffentlicht

Inzwischen ist auch der Notruf von dem Tag des Unglücks veröffentlicht worden. Laut der Aufzeichnung ereignete sich der tragische Vorfall während der Probe für eine Szene. Dabei wurde die Kamerafrau Halyna Hutchins in die Brust getroffen, der hinter ihr stehende Regisseur Joel Souza erlitt eine Schusswunde in der Schulter. Der verstorbenen Hutchins wurde am Wochenende in einer Mahnwache gedacht, 200 Crew-Mitglieder nahmen Abschied von der 42-Jährigen. Alec Baldwin hatte sich unterdessen mit Hutchins' Ehemann und ihrem 9-jährigen Sohn zum Frühstücken getroffen, um sich gemeinsam Halt in dieser schweren Zeit zu geben. 

Lange Arbeitszeiten führen zu Fehlern

Wegen des Unfalls diskutiert die Filmindustrie über ein Verbot von schussfähigen Waffen an Filmsets. Dabei liegt der Fokus auch auf den Sicherheitsvorkehrungen und wie sie besser befolgt werden sollten. "Jede Person hat bei der Arbeit komplette Sicherheit verdient", so Liz Pecos, die Präsidentin der Filmtechnikervertretung. Der Szenenbildner Blossom Merz sieht in den schlechten Arbeitsbedingungen ein Problem. Wegen der langen Arbeitsstunden kann es zu Müdigkeit und Erschöpfung kommen, das wiederum führe zu Unachtsamkeit und daraus entstehen folgenschwere Fehler.

Beschwerden über Arbeitsbedingungen am Set

Auch bei "Rust" soll es häufiger Beschwerden wegen der Arbeitsbedingungen und der Sicherheit gegeben haben. So sagte Regisseur Souza gegenüber der Polizei, dass er an jenem Tag eine neue Kamera-Crew engagieren musste. Laut der "Los Angeles Times" hatte die erste Crew sich über die Sicherheitsvorkehrungen beschwert und das Set aus Protest verlassen. Die Produktionsfirma weist indessen jeden Vorwurf zurück. Der "New York Times" gegenüber gab sie an, keine offiziellen Beschwerden über die Sicherheit am Filmset erhalten zu haben.

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