Erstmals Empfehlung der WHO
Medikament soll gegen schwere Corona-Verläufe helfen

Die WHO hat ein Medikament zur Vorbeugung gegen eine schwere Corona-Erkrankung empfohlen. (Symbolbild)
  • Die WHO hat ein Medikament zur Vorbeugung gegen eine schwere Corona-Erkrankung empfohlen. (Symbolbild)
  • Foto: Tumisu auf Pixabay
  • hochgeladen von Josef Brutscher

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Freitag erstmals ein Medikament als Vorbeugung gegen eine schwere Corona-Erkrankung bei Risikopatienten empfohlen. Das Medikament ist eine Antikörper-Kombination vom amerikanischen Biotechnologieunternehmen Regeneron aus den "monoklonalen Antikörpern" Casirivimab und Imdevimab. Die WHO verwies in der im "British Medical Journal" veröffentlichten Empfehlung auf Studien der Firma Regeneron und dem Schweizer Unternehmen Roche. Laut den Studien kann sich die Überlebenschance von Risikopatienten durch das Medikament verbessern. 

Medikament in Deutschland bereits im Einsatz

Die Antikörper-Kombination für Corona-Patienten kommt in Deutschland in speziellen Fällen bereits zum Einsatz. Die WHO-Empfehlung ist dennoch hilfreich für Länder, die keine eigene Risikobewertung machen können. Auch Hilfsorganisationen benutzen im Normalfall nur Medikamente, die die WHO empfohlen hat. Die WHO empfiehlt weiterhin, das Mittel bei Corona-Patienten mit Vorerkrankungen, die schwer an Covid-19 erkranken könnten, und bei bereits schwer Erkrankten einzusetzen.

Hohe Kosten, knappe Produktion und Patentanträge

Herausforderungen seien laut WHO die hohen Kosten und die knappe Produktion. Anscheinend verhandelt die WHO deshalb schon mit dem Pharmaunternehmen Roche. Diskutiert werden niedrigere Preise, eine mögliche Schenkung und eine faire Verteilung in der ganzen Welt. Wenn es nach der WHO geht, sollen außerdem auch andere Hersteller die Möglichkeit zur Produktion bekommen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen forderte das Unternehmen Regeneron zudem auf, auf Patentanträge zu verzichten. Regeneron hat angeblich bereits Patentanträge in mindestens elf ärmeren Ländern gestellt. "Es ist einfach nicht fair, dass Menschen, die in ärmeren Ländern leben, keinen Zugang zu diesen Covid-19-Medikamenten, die das Todesrisiko senken, haben, nur weil Pharmafirmen das Monopol haben und hohe Renditen wollen", sagte Elin Hoffmann Dahl von Ärzte ohne Grenzen.

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