Während Live-Übertragung
Kriegsgegnerin unterbricht russisches Staatsfernsehen: "Glaubt der Propaganda nicht"

Mit einem Protestplakat und lauten Rufen hat eine Kriegsgegnerin im russischen Staatsfernsehen für eine Unterbrechung der Hauptnachrichtensendung gesorgt.
  • Mit einem Protestplakat und lauten Rufen hat eine Kriegsgegnerin im russischen Staatsfernsehen für eine Unterbrechung der Hauptnachrichtensendung gesorgt.
  • Foto: picture alliance/dpa | Axel Heimken
  • hochgeladen von Josef Brutscher

Während der Live-Übertragung der abendlichen Hauptnachrichten im russischen Staatsfernsehen am Montag tauchte plötzlich eine Frau mit einem Protestplakat im Hintergrund auf. Sie hielt ein Schild mit der Aufschrift "Stoppt den Krieg. Glaubt nicht der Propaganda. Hier werdet ihr belogen" hoch. Zusätzlich rief sie einige Male laut: "Nein zum Krieg!" 

Frau wurde wohl festgenommen

Danach brach die Sendung ab und es wurden Szenen aus einem Krankenhaus gezeigt. Medienberichten zufolge wurde die Kriegsgegnerin daraufhin festgenommen.

Protest vorher im Netz angekündigt

Die Frau heißt Marina Ovsyannikova und ist eine Mitarbeiterin des Staatsfernsehens. Allerdings differenziert sie sich mittlerweile stark von der russischen Propaganda. Das geht aus einem Video hervor, das Ovsyannikova vor ihrer Protestaktion in den sozialen Netzwerken teilte: "Unglücklicherweise habe ich die letzten sieben Jahre für Kanal Eins gearbeitet und die Propaganda des Kremls gefördert. Dafür schäme ich mich gerade sehr. Ich schäme mich, dass ich es zugelassen habe, dass Lügen auf den Fernsehbildschirmen verbreitet wurden und dass ich es zugelassen habe, dass die Menschen zombifizert wurden", erklärte sie. 

Ovsyannikova sagte außerdem, dass ihr Vater Ukrainer und ihre Mutter Russin sei und dass sie niemals Feinde waren. "Was gerade in der Ukraine passiert, ist ein Verbrechen. Und die Verantwortung für diese Aggression liegt allein bei Wladimir Putin", sagte sie. 

Weltweite Anerkennung

Für ihre Protestaktion erhielt Ovsyannikova rund um die Welt viel Anerkennung. Das Video und ihr Auftritt im Staatsfernsehen verbreitete sich in den sozialen Medien wie ein Lauffeuer. Besonders russische Oppositionelle lobten sie für ihren Mut.

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