"Schwerster sexueller Missbrauch von Kleinkindern"
Kinderporno-Plattform "BOYSTOWN": Verantwortlicher soll aus Bayern stammen

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Der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und dem Bundeskriminalamt (BKA) ist Mitte April ein Schlag gegen eine der weltweit größten kinderpornografischen Plattformen "BOYSTOWN" gelungen. Über 400.000 Mitglieder aus verschiedenen Ländern haben auf der Plattform kinderpornografische Inhalte ausgetauscht. "BOYSTOWN" war im Darknet verfügbar.

Drei mutmaßlich Verantwortliche befinden sich nach Angaben des BKA in Untersuchungshaft. Einer davon stammt aus Bayern - aus dem Landkreis Mühldorf am Inn. Ein viertes mutmaßliches Bandenmitglied wurde in der Region Concepción (Paraguay) festgenommen. Er soll nach Frankfurt am Main ausgeliefert werden. 

"Schwerster sexueller Missbrauch von Kleinkindern"

Die Plattform ist mittlerweile abgeschaltet, teilt das BKA mit. "BOYSTOWN" existierte demnach mindestens seit Juni 2019. "BOYSTOWN" war international ausgerichtet und diente dem Austausch von Kinderpornos. Hauptsächlich tauschten die Mitglieder Missbrauchsaufnahmen von Jungen aus, so das BKA: "Unter den geteilten Bild- und Videoaufnahmen befanden sich auch Aufnahmen des schwersten sexuellen Missbrauchs von Kleinkindern." 

Plattform auf verschiedenen Sprachen

Auf der Plattform konnten die Mitglieder in zwei Chatbereichen untereinander kommunizieren und kinderpornografische Missbrauchsaufnahmen von Mädchen und Jungen austauschen. Dafür waren verschiedene Sprachkanäle eingerichtet worden, wie zum Beispiel Tschechisch, Spanisch und Indonesisch. 

Login-Seite der Chatplattform "LoliPub".
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Umfangreiche Ermittlungen

Wegen des Verdachts der bandenmäßigen Verbreitung kinderpornografischer Inhalte hatte das Ermittler-Team insgesamt sieben Objekte in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hamburg durchsucht.  

Vorangegangen waren über mehrere Monate aufwändige Ermittlungen eines Task Force mit Koordination von Europol und der Beteiligung von Strafverfolgungsbehörden in den Niederlanden, Schweden, Australien, den USA und Kanada. Die Ermittlungen führten schließlich zu vier deutschen Staatsangehörigen im Alter von 40 bis 64 Jahren.

▶️Mindestens seit Juni 2019 existierte die kinderpornografische Plattform „BOYSTOWN“, die ausschließlich über das...

Gepostet von Bundeskriminalamt am Montag, 3. Mai 2021

Die Hauptverdächtigen 

Laut BKA handelt es sich bei den drei Hauptbeschuldigten um einen 40 Jahre alten Mann aus dem Kreis Paderborn, einen 49 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Mühldorf am Inn und einen 58 Jahre alten, aus Norddeutschland stammenden Mann, der seit mehreren Jahren in Südamerika lebt.

Ihnen wird vorgeworfen, die kinderpornografische Plattform als Administratoren betrieben zu haben. Sie sollen "maßgeblich mit der technischen Umsetzung der Darknet-Seite, der Einrichtung und Wartung der Serverstruktur und der Mitgliederbetreuung auf der Plattform beschäftigt gewesen sein." Um von den Strafverfolgungsbehörden möglichst unentdeckt zu bleiben, erhielten die Mitglieder der Plattform von den Hauptverdächtigen Sicherheitshinweise für das sichere Surfen auf "BOYSTOWN". Medienberichten zufolge schweigt der Tatverdächtige aus Bayern. 

Tatverdächtiger postet rund 3.500 Beiträge

Ein weitere Beschuldigter, ein 64 Jahre alter Mann aus Hamburg, soll sich im Juli 2019 auf der Plattform registriert haben und über 3.500 Beiträge gepostet haben. Damit war er einer der aktivsten Nutzer der Plattform, so das BKA.

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