Über 300 ungeklärte Fälle in 20 Ländern
Hepatitis bei Kindern: Das sollten Eltern beachten

In diesem Jahr sind bereits in Europa knapp 350 Kinder an Hepatitis erkrankt. Wir haben das Wichtigste über die Krankheit zusammengefasst. (Symbolbild)
  • In diesem Jahr sind bereits in Europa knapp 350 Kinder an Hepatitis erkrankt. Wir haben das Wichtigste über die Krankheit zusammengefasst. (Symbolbild)
  • Foto: Julio César Velásquez Mejía auf Pixabay
  • hochgeladen von Corinna Sedlmeier

Obwohl Hepatitis bei Kindern nach wie vor eine Seltenheit ist, sind in diesem Jahr in Europa bereits knapp 350 Kinder erkrankt. Vor allem in Urlaubsregionen ist die Zahl der Fälle angestiegen. Alles Wissenswerte zu der Krankheit und worauf Eltern achten sollten, finden Sie hier im Überblick.

Hepatitis-Fälle auch in Urlaubsregionen

Wie der ADAC berichtet, geht die WHO momentan von 348 Fällen in 20 Ländern aus. Allein in Großbritannien wurden 160 Fälle von Kinder-Hepatitis gemeldet. Auch in Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien und Spanien sind Krankheitsfälle aufgetreten. In Deutschland ist im Januar ein fünfjähriges Kind an Hepatitis erkrankt.

Virus als Auslöser

Bei einer Hepatitis handelt es sich um eine Leberentzündung. Als mögliche Ursache gilt eine besondere Variante der Adenoviren. Dieses Virus ist weit verbreitet und löst normalerweise leichte Erkrankungen wie eine Erkältung oder einen Magen-Darm-Infekt aus. Allerdings gibt es über 50 Varianten von dem Virus und in 70 Prozent der Hepatitisfälle wurden Adenoviren nachgewiesen. 

Krankheitsverlauf und Symptome

Kinder unter fünf Jahren erkranken am häufigsten an Hepatitis. Wie genau die Adenoviren übertragen werden, ist noch unklar. Weil jedoch auffällig viele der Kinder die Adenoviren in sich tragen, geht man von einer Tröpfchen-Übertragung aus. Bei dieser Form der Hepatitis kommt es häufig zu Durchfall und Erbrechen. Hinzu kommen Schmerzen im Bauch und heftige Magen-Darm-Beschwerden. Weil sich die Leberwerte verschlechtern, kann auch eine Gelbsucht auftreten. Eine Gelbsucht erkennt man leicht an gelblich verfärbten Augen. Eine Impfung gegen Kinder-Hepatitis gibt es derzeit noch nicht. Die Krankheit wird in erster Linie mit unterstützenden Maßnahmen bekämpft. 

Wie verhindert man eine Ansteckung?

Um eine Ansteckung zu verhindern, empfiehlt das Robert-Koch-Institut die übliche Prävention bei Viren. Das heißt regelmäßiges Händewaschen und beim Husten und Niesen Mund und Nase bedecken. Doch selbst wenn das Kind an Hepatitis erkranken sollte, schwere Krankheitsverläufe sind nach wie vor die Seltenheit. 

Das richtige Verhalten bei einer Erkrankung

Eltern sollten vor allem Ruhe bewahren, falls ihr Kind erkrankt. Nicht jede Viruserkrankung löst eine Hepatitis aus. Wer sich jedoch in einer Hepatitis-Region aufgehalten hat, sollte aufmerksam sein. Wenn das Kind länger über Durchfall und Magenschmerzen klagt, sollte man zum Kinderarzt gehen und ihn darüber informieren, dass man in einem Hepatitis-Gebiet war.

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